SPD Ortsverein Hille

Politik mit Herz

Bundesregierung ist auf gleichstellungspolitischem Auge blind

Das Bundeskabinett hat heute den Ersten Gleichstellungsbericht der Bundesregierung beschlossen. Hierzu erklärt die Bundesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen (ASF), Elke Ferner:

Die bereits im Januar vorgelegten Empfehlungen der Sachverständigenkommission „Neue Wege - gleiche Chancen. Gleichstellung von Frauen und Männern im Lebensverlauf“ sind eine Fundgrube für eine moderne Gleichstellungspolitik. Allerdings ist die schwarz-gelbe Bundesregierung entweder nicht in der Lage oder nicht Willens, den Empfehlungen nachzukommen. Sie bleibt in ihrer Stellungnahme vage und unbestimmt und drückt sich um klare Aussagen.

Die Sachverständigen haben gerade im Bereich der Sozialpolitik und des Steuerrechts sehr konkrete gleichstellungspolitische Vorschläge gemacht, zum Beispiel in Richtung Ehegattensplitting, Minijobs, Rentensplitting.

 

"Leistung lohnt sich nicht für Frauen in Deutschland"

Die SPD-Bundestagsfraktion hat die schwarz-gelbe Bundesregierung mit einem Parlamentsantrag aufgefordert, einen Gesetzentwurf zur gleichen Bezahlung von Männern und Frauen vorzulegen. Hintergrund ist der Umstand, dass Männer bei gleicher Arbeit deutlich besser entlohnt werden als Frauen. Der Einkommensunterschied zwischen den Geschlechtern sei seit Mitte der 90er Jahre sogar noch angestiegen und verharre jetzt bei 23 Prozent, heißt es in dem SPD-Antrag.

Die Durchsetzung des Verfassungsgebotes, dass niemand wegen seines Geschlechts diskriminiert werden dürfe, sei eine eindeutige Aufgabe des Staates, begründete SPD-Chef Sigmar Gabriel den Antrag. Freiwillige Vereinbarungen mit der Wirtschaft würden nicht mehr weiterhelfen. "Es geht hier nicht um einen Lernauftrag von Unternehmen. Wir müssen endlich der Verfassung Geltung verleihen", so Gabriel.

 

Flexiquote von Schröder ist butterweich

Anlässlich des heutigen Spitzentreffens der Bundesregierung mit den Personalvorständen zur Situation von Frauen erklärt die stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion Dagmar Ziegler:

Die Flexiquote von Schröder ist halbherzig und lässt mehr Fragen offen, als sie beantwortet. Ob und wann eine echte Quote kommt, ist völlig unklar. Diese butterweiche Regelung ersetzt in keiner Weise die von uns und einer breiten gesellschaftlichen Allianz geforderte Frauenquote von mindestens 40 Prozent.

Die Ministerin setzt wieder mal auf freiwillige Selbstverpflichtung der Unternehmen. Dabei wissen wir doch alle: Der Versuch, über Freiwilligkeit die Gleichstellung von Frauen in der Wirtschaft zu erreichen, ist kläglich gescheitert. Es ist nicht zu erwarten, dass das diesmal anders wird.

 

Schaufensterpolitik hilft den Frauen nicht

spdfraktion.de

Zu den Ergebnissen des heutigen Gipfels der Bundesregierung mit den DAX-30-Unternehmen für mehr Frauen in Führungspositionen erklärt die Bundesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen (ASF), Elke Ferner:

Diese Bundesregierung beweist erneut: Sie ist nicht in der Lage, Frauen zu fördern. Statt konkreter und vor allem verbindlicher Vereinbarungen betreibt sie einmal mehr Schaufensterpolitik.

Die Bundesministerin Schröder scheut mit ihrer Flexiquote den Konflikt mit den Unternehmen. Heute wurde deutlich: In der Bundesregierung gibt es weder eine einheitliche Linie, noch eine, die Frauen weiter hilft. Auf offener Bühne werden unterschiedliche Positionen zur Schau gestellt.

Da verwundert es nicht, dass die Unternehmen sich weiter auf freiwilligen Selbstverpflichtungen ausruhen wollen. Anstatt den Takt vorzugeben, bremst Ministerin Schröder sich selbst aus und ist so naiv, dass sie sich auf die verlässt, die 10 Jahre nichts getan haben. Sie lässt damit wieder eine Generation von Frauen im Regen stehen, die um ihre Karrierechancen gebracht werden.

 

Verbesserungen für Frauenhäuser

Inge Howe zu Gast beim Arbeitstreffen der Gleichstellungsbeauftragten

Minden/Bad Oeynhausen (mt/um). "Wir sind im E-Mail-Verteiler des Ministeriums für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter NRW und haben damit einen schnellen Draht direkt zu Düsseldorf", stellen die kommunalen Gleichstellungsbeauftragten im Kreis Minden-Lübbecke zufrieden fest.

So würden sie zeitnah über die aktuellen frauen- und gleichstellungspolitischen Vorhaben der Landesregierung informiert. Dies wirke sich positiv auf die Arbeit vor Ort aus.

"Noch mehr freuen wir uns natürlich über den persönlichen Austausch mit einer Landtagsvertreterin", erklärte Anne Braszeit, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Minden. Gemeint ist damit die direkt gewählte Landtagsabgeordnete aus dem Mühlenkreis, Inge Howe.

 

Frauenbilder von 1911 bis heute

Ausstellung im BÜZ öffnet Blick für Lebensumstände und Biografien verschiedener Zeiten

Minden (mt). Eine Biografie, wie sie Martha Müller erzählen kann, hat Seltenheitswert: Zehn Kinder hat sie in einer winzigen Wohnung in Meißen großgezogen, mehr oder weniger allein. Das Geld war immer knapp. Ja, es seien "wirklich harte Zeiten" gewesen, erinnert sich die 81-Jährige.

Als junge Mutter mit so einer großen Rasselbande zu Hause hatte sie natürlich andere Sorgen, als sich um irgendwelche Frauenbelange zu kümmern. Heute kann sie sich die Zeit nehmen. Gestern gab es anlässlich der Eröffnung der Ausstellung "Frauenbilder aus zehn Dekaden" im BÜZ sogar ein Glas Sekt zum Frauentag. Denn auf ihre alten Tage ist Martha Müller Fotomodell geworden: Ihr Porträt schmückt einen der zehn Bilderrahmen, die dort bis Ende März zu sehen sind. In jedem Rahmen gibt es, nach Stichworten geordnet, einen Text zu dem jeweiligen Jahrzehnt zu lesen, außerdem ein kurzes Zitat der jeweiligen Frau aus Minden, die stellvertretend ihre Generation vertritt. Martha Müller steht für das Thema Lebensmittelpreise (1921 bis 1931). Als Mutter von zehn Kindern hat sie da einige Erfahrung. "29 D-Mark pro Woche hatten wir zum Leben", erinnert sie sich. Kindergeld gab es gar nicht. So mussten sich ihre Kinder von einem gewissen Alter an gegenseitig erziehen: "Alle hatten ihr Amt", sagt sie und meint damit: Funktioniert hat die ganze Sache nur, weil ausnahmslos jeder mit anpackte. Nur ihre jüngsten beiden Kinder haben den Kindergarten besucht, alle anderen wurden zu Hause groß. Ein Lebensmodell, wie es für die Frauen heutzutage unmöglich scheint.

 

Nicht nachlassen auf dem Weg zu mehr Gleichberechtigung

Zum 100. Jahrestag des Internationalen Weltfrauentags am 8. März erklärt die Vorsitzende der NRWSPD, Hannelore Kraft:

Wir sind auf dem Weg zur Gleichstellung von Frauen und Männern weit vorangekommen. Das ist auch ein historischer Erfolg fortschrittlicher sozialdemokratischer Politik.

Der Internationale Weltfrauentag ist aber nicht nur ein Tag der Erinnerung an die mutigen Frauen, die vor einhundert Jahren gegen unglaubliche Widerstände für ihre Rechte eingetreten sind. Er beinhaltet auch die Verpflichtung an Politik und Gesellschaft, sich weiter konsequent für mehr Chancen und gegen die Diskriminierung von Frauen einzusetzen.

Aufgaben gibt es genug: So ist die Zahl der Frauen in Führungspositionen immer noch verschwindend gering. Eine freiwillige Selbstverpflichtung der Wirtschaft ist gescheitert. Wir brauchen daher dringend eine Quote, die den sehr gut ausgebildeten Frauen die Türen zu Spitzenpositionen in der Wirtschaft öffnet. Diese Frauen werden Vorbild sein für andere.

Frauen verdienen im Durchschnitt 23 Prozent weniger Geld als Männer. Das ist völlig inakzeptabel. Wir müssen dafür sorgen, dass Frauen endlich den gleichen Lohn für gleiche Arbeit erhalten. Darüber hinaus gilt es die Chancengleichheit im Job zu verbessern und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu erleichtern.

 

Karriere gegen Gewissen

Quelle: IGMetall.de

Frauen in Führungspositionen kämpfen mit Interessenkonflikten

Minden (mt). Zwei Drittel der berufstätigen Frauen bevorzugen laut einer Studie nach wie vor klassische Frauenberufe. Sie sind Reinigungskraft, Arzthelferin oder Lehrerin. Doch es gibt auch Frauen, die in einer typischen Männerdomäne Fuß fassen.

Drei von ihnen sind die Politikerinnen Lena Strothmann, Inge Howe und Gudrun Kopp. Zum Internationalen Frauentag haben sie mit dem Mindener Tageblatt über ihre persönlichen Erfahrungen gesprochen - und darüber, dass manche Männer sogar Angst vor starken Frauen haben.

"Da Frauen im Allgemeinen wortgewandter sind, glaube ich, dass einige Männer sich rhetorisch bedrängt fühlen", ist sich Inge Howe, SPD-Landtagsabgeordnete für den Kreis Minden-Lübbecke, sicher. Gudrun Kopp sieht das ähnlich: "Aber je stärker die Männer selbst sind, desto mehr schätzen sie starke Frauen."

 

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