Presse
Mediziner hoffen auf viele Gäste bei Diskussion zur hausärztlichen Versorgung im ländlichen Raum
Rahden/Espelkamp/Minden. „Die Zukunft der hausärztlichen Versorgung im ländlichen Raum geht uns alle an“, finden die Ärzte Andreas Eller, Siegfried John, Karin Hocher und Birgit Rustmeier aus Rahden und Espelkamp. Deshalb möchten sie viele Bürger dazu motivieren, am gleichnamigen Diskussionsabend am Dienstag, 28. Oktober, von 18.30 bis 20 Uhr im Haus der Parität an der Mindener Simeonsstraße aktiv teilzunehmen. Eingeladen haben die SPD-Abgeordneten Inge Howe und Lothar Ibrügger.
„Die Therapiehoheit des Arztes wird bei allem Streben der Politik nach mehr Effizienz immer weiter ausgehöhlt“, erklärt Andreas Eller. „Die Verantwortung gegenüber den Patienten ist aber geblieben“, ergänzt Siegfried John. Die Problemkreise sind vielfältig. „Für Hausarztpraxen im ländlichen Raum wird es keine Nachfolger geben, wenn der niedergelassene Arzt in Ruhestand geht“, erklärt Eller. Finanziell einfach zu unattraktiv und nicht ausreichend seien die Pauschalen von 35 Euro pro Patient und Quartal.
Zu Tode erschrocken waren die meist älteren, durchaus seriösen Damen und Herren, die sich am Rande Kölns zur Taubenjagd verabredet und ihr Vorhaben ordentlich angemeldet hatten. Plötzlich fuhren ein Streifenwagen und zehn weitere Polizeiwagen vor, mehrere Beamte stürmten mit durchgeladenen Waffen auf die Jäger zu, ein 70-Jähriger, der friedlich neben seinem Hund auf einem Jägerstuhl saß, musste sich auf den Boden legen und wurde mit Handschellen fixiert. Dass die friedlichen Jäger offenbar mit Terroristen verwechselt worden waren, hätten sie ja vielleicht noch mit einem Schmunzeln ertragen. Dass aber kein Verantwortlicher der Polizei es für nötig hielt, sich bei der Jagdgesellschaft zu entschuldigen, sorgte für erheblichen Ärger. Erst nach zwei Erörterungsterminen zwischen dem Petitionsausschuss und Vertretern der Polizei im Innenministerium brachte der Inspekteur der Polizei sein Bedauern über den Umgang mit den Taubenjägern zum Ausdruck.
Bekleidungsmarkt und Discounter werden gebaut / Verwaltung scheut Kostenrisiko eines Gerichtsprozesses
Minden (mt). Der Bagger ist da - das jahrelange Tauziehen um die Grille ist vorbei. Der ehemalige Vergnügungstempel weicht einem Bekleidungsmarkt (Kik) und einem Discounter (Netto). Der Petitionsausschuss des Düsseldorfer Landtages und das Verwaltungsgericht haben Fakten geschaffen, mit denen weder Verwaltung noch Politik glücklich sind.
Am deutlichsten machte Norbert Weigang (CDU) seinem Ärger Luft. "Als Politiker möchte ich mir das eigentlich nicht gefallen lassen", sagte er am Mittwoch im Bauausschuss. Es ist weniger der Abriss des ehemals denkmalgeschützten, aber längst baufälligen Gasthauses, der die CDU ärgert, sondern vielmehr die Zukunft des Geländes an der Viktoriastraße: Ein Bekleidungsmarkt (500 Quadratmeter) und ein Discounter (800 Quadratmeter) werden jetzt dort gebaut.
SPD-Diskussionsabend zum Thema Bildung und ländlicher Raum / Kritik an fehlender Chancengleichheit
Espelkamp. Mehr eigenverantwortlichen Gestaltungsspielraum und Flexibilität wünschen sich Schulleiter und Eltern beim Thema Schule im ländlichen Raum. Das wurde jetzt bei einem Diskussionsabend zum Thema „Bildung und ländlicher Raum“ im Bürgerhaus Espelkamp deutlich. Nicht ein System sondern die Bedürfnisse der Kinder sollen dabei im Vordergrund stehen.
Eingeladen hatten die beiden heimischen SPD-Landtagsabgeordneten Inge Howe und Karl-Heinz Haseloh. Ute Schäfer, Bildungspolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion NRW und ehemalige Schulministerin, sowie Udo Beckmann, Vorsitzender des Landesverbandes Bildung und Erziehung NRW (VBE) zeigten Probleme auf und stellten ihre Konzepte vor.
Fehlende Chancengleichheit kritisiert Ute Schäfer am vorhandenen Schulsystem. „Das hat nicht nur Auswirkungen auf die persönliche Entwicklung eines jeden Kindes, sondern auch Auswirkungen auf die Wirtschaftskraft des Landes.“ Die SPD fordert eine beitrags- und gebührenfreie Bildung, den Ausbau von Ganztagsschulen, Verbesserungen in Angebot und Qualität im Vorschulbereich sowie ein längeres gemeinsames Lernen. Zur Sicherstellung eines wohnortnahen, differenzierten Schulangebotes setzt die SPD auf Gemeinschaftsschulen.
Auf Einladung von Inge Howe, als Schirmherrin der Deutschen Rheuma-Liga NRW, diskutierten Vertreter des Gesundheitswesens im Düsseldorfer Landtag über die Versorgung Rheumakranker in NRW.
Das Magazin "Mobil" berichtet in seiner Ausgabe 05/08 über das Treffen.
Mit 104 Jahren verkörpert Hermann Henke Geschichte der IG Metall / Doppelehrung gemeinsam mit Transnet
Minden (mt). "Ich kann auch noch stehen", ruft Hermann Henke in die Aula des Besselgymnasiums. Doch mit 104 Jahren darf der Gewerkschafter aus dem Kalletal bei der gemeinsamen Jubilarehrung der IG Metall und der Eisenbahnergewerkschaft Transnet bequem in seinem Rollstuhl sitzen bleiben.
13 870 Mitgliedsjahre bringen die 347 Jubilare gemeinsam "auf die Waage". Zwar sind nicht alle gekommen, aber für Hermann Henke ist das eine Herzensangelegenheit. Am 6. Juli ist er 104 geworden, mit 19 trat er in den damaligen Metallarbeiter-Verband ein. 85 Jahre, so viele Mitgliedsjahre kann mit weitem Abstand - bedingt durch Unterdrückung der Gewerkschaften durch die Nazis von 1933 bis 1945 - niemand aufweisen. Das nötigt nicht nur den Gewerkschaftskollegen von einst und jetzt Respekt ab, sondern auch Landrat Dr. Ralf Niermann, der Landtagsabgeordneten Inge Howe und dem stellvertretenden SPD-Bundesgeschäftsführer und designierten Bundestagskandidaten Achim Post sowie dem DGB-Vorsitzenden Roland Engels.
Der Ründerother Schützenverein wartet schon lange auf eine Entwidmung ihres Schießstandes. Diese ist für eine weitere Nutzung notwendig. Probleme gibt es dabei aber mit der Bahn.
Engelskirchen - Der Ründerother Schießstand ist zum Politikum auf Landesebene geworden. Bauministerium und Petitionsausschuss sind unterschiedlicher Meinung darüber, ob die Schützen hier weiter trainieren dürfen.
28 Jahre lang ging alles gut. Seit 1980 ist der Schützenverein Mieter des ehemaligen Güterschuppens, in dem zuvor ein Lebensmittelgeschäft untergebracht war, berichtet Vereinsgeschäftsführer Franz-Willi Speck. Die Güterhalle wurde damals mit Genehmigung der Bahn zum Schießstand ausgebaut. Auch die Polizei erteilte eine Erlaubnis, Kreisbauamt und Gemeinde wurden informiert.
Im April 2002 kam es dann zu dem spektakulären Beinahe-Einsturz des Giebels. Die Instandsetzung brachte das Kreisbauamt auf den Plan, das nun feststellte, dass die Nutzung des Bahnschuppens durch die Schützen illegal ist. Für eine neue Genehmigung bedürfe es einer Entwidmung des Gebäudes durch das Eisenbahnbundesamt - ein Vorgang, von dem sonst im Zusammenhang mit der Wiehltalbahn die Rede ist.
Darauf setzte ein längerer Streit ein, der vor zwei Jahren bei einem Ortstermin mit allen beteiligten Behörden beigelegt werden sollte. Die Bahnimmobilien-Gesellschaft versprach tatsächlich, die Entwidmung zu beantragen. Doch passiert ist bis heute nichts, klagt Schützengeschäftsführer Speck.