SPD Ortsverein Hille

Politik mit Herz

Schießstand als Politikum

Veröffentlicht am 05.09.2008 in Presse

Der Ründerother Schützenverein wartet schon lange auf eine Entwidmung ihres Schießstandes. Diese ist für eine weitere Nutzung notwendig. Probleme gibt es dabei aber mit der Bahn.

Engelskirchen - Der Ründerother Schießstand ist zum Politikum auf Landesebene geworden. Bauministerium und Petitionsausschuss sind unterschiedlicher Meinung darüber, ob die Schützen hier weiter trainieren dürfen.

28 Jahre lang ging alles gut. Seit 1980 ist der Schützenverein Mieter des ehemaligen Güterschuppens, in dem zuvor ein Lebensmittelgeschäft untergebracht war, berichtet Vereinsgeschäftsführer Franz-Willi Speck. Die Güterhalle wurde damals mit Genehmigung der Bahn zum Schießstand ausgebaut. Auch die Polizei erteilte eine Erlaubnis, Kreisbauamt und Gemeinde wurden informiert.

Im April 2002 kam es dann zu dem spektakulären Beinahe-Einsturz des Giebels. Die Instandsetzung brachte das Kreisbauamt auf den Plan, das nun feststellte, dass die Nutzung des Bahnschuppens durch die Schützen illegal ist. Für eine neue Genehmigung bedürfe es einer Entwidmung des Gebäudes durch das Eisenbahnbundesamt - ein Vorgang, von dem sonst im Zusammenhang mit der Wiehltalbahn die Rede ist.

Darauf setzte ein längerer Streit ein, der vor zwei Jahren bei einem Ortstermin mit allen beteiligten Behörden beigelegt werden sollte. Die Bahnimmobilien-Gesellschaft versprach tatsächlich, die Entwidmung zu beantragen. Doch passiert ist bis heute nichts, klagt Schützengeschäftsführer Speck.

Ein Bahnsprecher meinte gestern, der Antrag wäre daran gescheitert, dass Vermessungen nicht durchgeführt werden konnten, weil der „Sicherheitsabstand zu den Gleisen“ nicht ausreiche.

Der Verein wandte sich schließlich an den Petitionsausschuss des Landtags, der sich dafür aussprach, dem Verein einen Aufschub zu gewähren, bis die Entwidmung entschieden ist. Vor vier Wochen kam dann aber der „Todesstoß“, wie Speck es nennt: eine Ordnungsverfügung des NRW-Bauministeriums. Demnach darf der Schießstand nur noch bis zum 24. Oktober genutzt werden.

Der daraufhin alarmierte SPD-Landtagsabgeordnete Gero Karthaus nennt den Vorstoß des CDU-Ministeriums „ein Unding“ und „eine grobe Missachtung des Parlaments“. In dieser Woche will Karthaus ein Gespräch mit der Vorsitzenden des Petitionsausschusses führen, seiner Parteifreundin Inge Howe. Er ist optimistisch, dass den Schützen eine weitere Nutzung des Bahnschuppens zumindest so lange erlaubt werden kann, bis das Eisenbahnbundesamt entscheidet.

Schützengeschäftsführer Speck meint: „Wir haben einen Mietvertrag bis 2020, aber die Bahn will uns raus haben, um den Bahnhof besser verkaufen zu können.“

Das würde dann auch andere Nutzer treffen wie Torwache, Volleyballclub oder Spielmannszug. In der Schützenfestschrift vom vergangenen Wochenende schreibt Speck: „Zuerst das Freibad, dann Aula und Hallenbad, nun der Schießstand: Wo sollen die Ründerother noch ihre Feste feiern, Versammlungen abhalten oder ihre Freizeit gestalten?“

Quelle: rhein-berg-online.de/Kölner Stadt-Anzeiger vom 04/09/09

 

Homepage Inge Howe

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