SPD Ortsverein Hille

Politik mit Herz

Wie das Bildungssystem gerechter werden kann

Veröffentlicht am 22.10.2008 in Presse

SPD-Diskussionsabend zum Thema Bildung und ländlicher Raum / Kritik an fehlender Chancengleichheit

Espelkamp. Mehr eigenverantwortlichen Gestaltungsspielraum und Flexibilität wünschen sich Schulleiter und Eltern beim Thema Schule im ländlichen Raum. Das wurde jetzt bei einem Diskussionsabend zum Thema „Bildung und ländlicher Raum“ im Bürgerhaus Espelkamp deutlich. Nicht ein System sondern die Bedürfnisse der Kinder sollen dabei im Vordergrund stehen.

Eingeladen hatten die beiden heimischen SPD-Landtagsabgeordneten Inge Howe und Karl-Heinz Haseloh. Ute Schäfer, Bildungspolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion NRW und ehemalige Schulministerin, sowie Udo Beckmann, Vorsitzender des Landesverbandes Bildung und Erziehung NRW (VBE) zeigten Probleme auf und stellten ihre Konzepte vor.

Fehlende Chancengleichheit kritisiert Ute Schäfer am vorhandenen Schulsystem. „Das hat nicht nur Auswirkungen auf die persönliche Entwicklung eines jeden Kindes, sondern auch Auswirkungen auf die Wirtschaftskraft des Landes.“ Die SPD fordert eine beitrags- und gebührenfreie Bildung, den Ausbau von Ganztagsschulen, Verbesserungen in Angebot und Qualität im Vorschulbereich sowie ein längeres gemeinsames Lernen. Zur Sicherstellung eines wohnortnahen, differenzierten Schulangebotes setzt die SPD auf Gemeinschaftsschulen.

Wie eine allgemeine Sekundarschule aussehen könnte, erläuterte Udo Beckmann. Vom gemeinsamen Lernen in Klasse 5 und 6 und einer Differenzierung in Bildungsgänge von Klasse 7 bis 10 bis zum bildungsformübergreifenden Unterricht bis zur Klasse 10 ist alles denkbar. Verschiedene Varianten zur Organisation der Oberstufe sind möglich. „Dabei wollen wir niemanden etwas überstülpen, sondern auf Vertrautem aufbauen“, so Beckmann. „Allgemeine Sekundarschulen brauchen Akzeptanz bei den Menschen vor Ort.“

Den Ausbau des Ganztags beurteilten die Schulleiter als Weg zu mehr Chancengleichheit. Aber flexibel solle er sein und die Vereinsstruktur vor Ort beachten. „Zum Ganztag gehört mehr als nur eine Mensa“, so der einhellige Tenor.

Um ein gerechtes Bildungssystem zu erreichen, sei eine parteiübergreifende Diskussion erforderlich und Überzeugungsarbeit jenseits von Politik und Schulentwicklern zu leisten, lauteten die Tipps von Ute Schäfer und Udo Beckmann. „Wir wollen klar definierte Ziele und Standards für Abschlüsse und ansonsten viel Handlungsspielraum ins Land geben“, erklärt die SPD-Politikerin Ute Schäfer.

Quelle: NW vom 22.10.2008 /Artikel von Sonja Rohlfing

 

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