Vier Wahlleute aus dem Kreis Minden-Lübbecke berichten über die Stunden der Entscheidung in Berlin
Minden (kaf). Fast neun Stunden dauerte es, bis der neue Bundespräsident Christian Wulff gewählt war. Vier Wahlleute aus dem Kreis Minden-Lübbecke waren dabei.
"Ein sehr spannendes Erlebnis, aber ein Wahlgang weniger hätte auch gereicht", sagt Landtagsabgeordneter Kai Abruszat (FDP), der am Mittwoch als Erster dreimal an die Wahlurne treten durfte.
Viele Wahlmänner und -frauen mussten eine weitere Nacht in ihren Hotelzimmern in Berlin buchen. "Das zeigt, dass niemand mit einem so langen Wahlakt gerechnet hat", sagt Abruszat. Die Wahl von Christian Wulff sei keine Überraschung gewesen, aber mit dem ersten und zweiten Wahlgang hätten die Abgeordneten der Union Angela Merkel einen Denkzettel verpassen wollen.
Klinik Porta Westfalica verhandelt mit Bahn über Stellplätze auf dem alten Güterbahnhof - Petition hinfällig?
Bad Oeynhausen (WB). Alles war geregelt. Doch jetzt scheint der Umsetzung einer Petition der Rheumaliga Bad Oeynhausen die Grundlage entzogen zu sein. Die Mitglieder hatten zur sichereren Überquerung der Steinstraße einen Zebrastreifen zwischen dem Parkplatz an der Ostseite der Landesstraße und der Klinik Porta Westfalica gefordert.
Viele Mitglieder suchen die Klinik als ambulante Patienten auf und nutzen den Parkplatz, der auch für Mitarbeiter gedacht ist. »Meiner Schwester als Eigentümerin liegt ein lukratives Angebot eines Investors vor, auf dem Parkplatzgelände ein Wohnhaus zu bauen«, sagte Klinikgeschäftsführer Holger Schuermann dem WESTFALEN-BLATT. Für ihn sind mit dieser Entwicklung derzeit zwei Optionen verbunden. Wenn Gespräche mit der Deutschen Bahn erfolgreich verlaufen, als Ausweichfläche für den Parkplatz 10 000 Quadratmeter auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofes nutzen zu können, soll dies umgesetzt werden. Schuermann: »In der vergangenen Woche sind bereits Bodenproben genommen worden, um festzustellen, ob man dort mit irgendwelchen Altlasten rechnen muss.«
Vier Stimmberechtigte für den Kreis Minden-Lübbecke bei der 14. Bundesversammlung / Christian Wulff als Favorit
Minden (kaf/dpa). "Ich bin das erste Mal dabei. Ich finde das sehr spannend", sagt Inge Howe, Landtagsabgeordnete der SPD für den Kreis Minden-Lübbecke, über die heutige Wahl des Bundespräsidenten. Sie wählt mit weiteren 1243 Männern und Frauen das neue Staatsoberhaupt.
Neben den 622 Bundestagsabgeordneten stimmen von den 16 Landesparlamenten gewählte Wahlmänner und -frauen mit ab. Wie viele Mitglieder von den Parteien entsendet werden, hängt von den Bevölkerungszahlen der einzelnen Länder ab. Darunter sind Mitglieder der Politik aber auch Persönlichkeiten ohne politisches Mandat - aus Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur, Religion und Sport.
SPD und Grüne haben Joachim Gauck als Bundespräsidenten-Kandidat nominiert. Die CDU hat Christian Wulff für das Amt vorgeschlagen.
Für den Bezirk Minden-Lübbecke gibt es vier Wahlmänner und -frauen. Landtagsabgeordnete Inge Howe (SPD), Friedhelm Ortgies (CDU) und Kai Abruszat (FDP) sowie Bundestagsabgeordneter Steffen Kampeter (CDU) wählen bei der 14. Bundesversammlung in Berlin.
Am 25. Juni fand die zweite Runde der Koalitionsverhandlungen zwischen SPD und Grünen statt.
SPD und Grüne in Nordrhein-Westfalen haben beschlossen, die umstrittenen Studiengebühren an den Hochschulen wieder abzuschaffen. Das Gesetz zur Abschaffung der Studiengebühren soll noch in diesem Jahr verabschiedet werden.
SPD und Grüne einigten sich außerdem auf ein "Stadtwerke-Rettungsgesetz".
Die von Schwarz-Gelb beschlossenen Beschränkungen für die wirtschaftliche Tätigkeit kommunaler Unternehmen im Paragrafen 107 der NRW-Gemeindeordnung soll wieder rückgängig gemacht werden.
Weserhütten-Ausstellung auf der Aqua Magica nur noch dieses Wochenende geöffnet
Bad Oeynhausen/Löhne (WB). Die Geschichte von unten dokumentieren - das ist das Ziel des Förderkreises zur Pflege des Archivs Weserhütte. Nur noch an diesem Wochenende können sich Interessenten die Ausstellung über die Geschichte der Weserhütte auf der Aqua Magica ansehen.
Die SPD-Landtagsabgeordneten Inge Howe und Angela Lück haben dies bereits Freitagnachmittag getan. Das ehemalige Mitglied des Betriebsrats, Karl-Heinz Vogelsang führte sie durch die Ausstellung.
Seit zwei Wochen stellt der Förderkreis die Geschichte der Weserhütte im Orchideenhaus der Aqua Magica aus. »Wir hatten eine sehr gute Resonanz. Es sind viele Besucher gekommen, die sich über Stunden unsere Sammlung angeschaut haben«, erzählte Karl-Heinz Vogelsang.
Anhand von zahlreichen Bildern, alten Zeitungsartikeln bis hin zu persönlichen Berichten von Mitarbeitern über ihren Arbeitsalltag schafft die Ausstellung einen gelungenen Eindruck von der Geschichte der Weserhütte. Von 1844 bis 1987 war das Unternehmen auf dem heutigen Gelände des Werreparks eines der größten Unternehmen im Umkreis.
Weserhütten-Ausstellung soll Politikern Lust auf mehr Historie machen
Löhne. Er könnte sich zurück lehnen, jetzt, da die Ausstellung über die Weserhütte steht. Doch Heinz Vogelsang will mehr. Viel mehr. Er denkt an einen Verein, der die Wirtschaftshistorie der Region im Industriezeitalter aufarbeitet. Weil das nicht ohne Fördergeld geht, hatte Vogelsang gestern zwei besondere Gäste in die Schau auf dem Aqua-Magica-Gelände eingeladen.
Es waren die SPD-Landtagsabgeordneten Angela Lück (Löhne) und Inge Howe (Minden). "Ich will ihr Bewusstsein für Heimatgeschichte wecken", sagte Vogelsang. Und mittelfristig hofft er, dass sich die beiden Frauen in Düsseldorf für eine finanzielle Unterstützung des Projekts stark machen. "Dafür braucht es aber einen Verein oder eine Stiftung, denn nur an die können Fördergelder fließen", erklärte Inge Howe ihrem Gastgeber im Orchideenhaus an der Allee des Weltklimas. Vogelsang weiß das und hofft, möglichst bald einen entscheidenden Schritt in diese Richtung tun zu können.
Als Plädoyer für längeres gemeinsames lernen bezeichnete die stellvertretende Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion, Ute Schäfer, die Ergebnisse des Schulleistungsvergleichs der Länder für Nordrhein-Westfalen:
"NRW gehört zu den Bundesländern, in denen der Zusammenhang zwischen Bildungserfolg und sozialer Herkunft besonders groß ist. Das müssen und wollen wir ändern. Dass Kinder aus Nicht-Akademiker-Familien eine rund fünf mal schlechtere Chance haben, ein Gymnasium zu besuchen, können und wollen wir uns zukünftig nicht mehr erlauben.
Die mäßigen nordrhein-westfälischen Ergebnisse beim Schulleistungstest der Neunklässler und die guten IGLU-Ergebnisse für die Grundschulen zeigen: Wir müssen unseren Kindern die Chance geben, länger gemeinsam zu lernen, um Bildungsgerechtigkeit für alle Kinder und Jugendlichen zu erreichen. Wenn Schülerinnen und Schüler gemeinsam lernen - das beweist die IGLU-Grundschulstudie - erzielen sie bessere Leistungen."