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Politik mit Herz

"Bundespräsidenten-Wahl wird spannend"

Veröffentlicht am 29.06.2010 in Presse

Vier Stimmberechtigte für den Kreis Minden-Lübbecke bei der 14. Bundesversammlung / Christian Wulff als Favorit

Minden (kaf/dpa). "Ich bin das erste Mal dabei. Ich finde das sehr spannend", sagt Inge Howe, Landtagsabgeordnete der SPD für den Kreis Minden-Lübbecke, über die heutige Wahl des Bundespräsidenten. Sie wählt mit weiteren 1243 Männern und Frauen das neue Staatsoberhaupt.

Neben den 622 Bundestagsabgeordneten stimmen von den 16 Landesparlamenten gewählte Wahlmänner und -frauen mit ab. Wie viele Mitglieder von den Parteien entsendet werden, hängt von den Bevölkerungszahlen der einzelnen Länder ab. Darunter sind Mitglieder der Politik aber auch Persönlichkeiten ohne politisches Mandat - aus Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur, Religion und Sport.

SPD und Grüne haben Joachim Gauck als Bundespräsidenten-Kandidat nominiert. Die CDU hat Christian Wulff für das Amt vorgeschlagen.

Für den Bezirk Minden-Lübbecke gibt es vier Wahlmänner und -frauen. Landtagsabgeordnete Inge Howe (SPD), Friedhelm Ortgies (CDU) und Kai Abruszat (FDP) sowie Bundestagsabgeordneter Steffen Kampeter (CDU) wählen bei der 14. Bundesversammlung in Berlin.

Howe (SPD) beschreibt die Formalien, die mit der Bundespräsidentenwahl zusammenhängen als sehr umfangreich. "Es gibt beschränkte Zutrittsregelungen und vor der Wahl drei Fraktionssitzungen. Der eigentliche Wahlgang beginnt dann um 12 Uhr", sagt Howe. Es werde dann so lange gewählt, bis es die erforderliche Mehrheit für einen Kandidaten gibt. Sie wählt "natürlich Herrn Gauck."

Wulff als Favorit unter den Wahlmännern aus Minden

Auch Ortgies (CDU) hält Gauck für einen akzeptablen Kandidaten. Gauck stehe der CDU zumindest näher als SPD-Chef Gabriel. Dennoch werde Ortgies Wulff zum Bundespräsidenten wählen. "Er hat in der Vergangenheit gezeigt, dass er eine Koalition gut führen kann."

Kai Abruszat (FDP) wird ebenso wie Ortgies für Wulff stimmen. Er hält Gauck für einen passablen Kandidaten, aber Wulff sei für die derzeitige Situation in Deutschland der bessere Kandidat. Wulff habe Erfahrung mit der Wirtschaft und der Finanzpolitik und könne besser mit den Medien umgehen. "Er ist erst 51 Jahre alt und hat zwei kleine Kinder. Damit würde ein Bundespräsident endlich die jüngere und mittlere Generation vertreten", sagt der gebürtige Mindener.

Gestern ist Abruszat schon nach Berlin gereist, um Wulff in einem persönlichen Treffen kennenzulernen. "Ich gehe davon aus, dass der Bundespräsident nach dem ersten Wahlgang fest steht. Wulff hat gute Aussichten." Der Wahlakt wird geheim und in alphabetischer Reihenfolge der Wahlberechtigten erfolgen. "Ich werde dann wahrscheinlich als Erster aufgerufen", vermutet Abruszat. "Ein Wahlgang dauert ungefähr eine Stunde und 45 Minuten."

Prominente unter den Wahlleuten

Steffen Kampeter, Bundestagsabgeordneter (CDU) ist sich seiner Wahl auch sicher: "Ich werde Christian Wulff wählen. Er repräsentiert ein aufgeklärtes und zukunftsoffenes Deutschland. Er kommt mit seinem Alter und seinen Erfahrungen aus der Mitte unserer Gesellschaft." Kampeter ist sich sicher, eine solche Persönlichkeit tue Deutschland gut. Er freut sich auf den Gang zur Urne: "Das ist doch eine Auszeichnung das Staatsoberhaupt zu bestimmen."

Unter den Wahlleuten befinden sich unter anderen Prominente aus Sport und Kultur. Da die Fußball-Prominenz zurzeit bei der WM in Südafrika ist, sind Prominente anderer Sportarten bei der Präsidentenwahl anwesend, wie zum Beispiel Verena Bentele und Hannelore Brenner, Medaillengewinnerinnen der Paralympics. Schauspielerinnen wie Martina Gedeck, Nina Hoss und Nina Petri sowie der Regisseur Sönke Wortmann sind ebenso vertreten.

Aus der Wirtschaft stimmen unter anderen Verleger Hubert Burda und Friede Springer, der Chef des Bundesverbandes der Deutschen Industrie, Hans-Peter Keitel sowie der ehemalige Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages, Ludwig-Georg Braun bei der Wahl mit ab. Aus Gewerkschaftskreisen nehmen DGB-Chef Michael Sommer und Berthold Huber von der IG Metall an der Wahl teil.

Aber auch altgediente Politiker sind für die Wahl nominiert. Frühere Länderchefs wie Dieter Althaus, Georg Milbradt, Lothar Späth, Erwin Teufel, Bernhard Vogel (CDU), Edmund Stoiber und Günter Beckstein (beide CSU) sowie Heide Simonis (SPD) werden den neuen Präsidenten wählen.

Quelle: Mindener Tageblatt vom 29.06.2010

 

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