SPD Ortsverein Hille

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Geschichte lebendig halten

Veröffentlicht am 26.06.2010 in Presse

Weserhütten-Ausstellung auf der Aqua Magica nur noch dieses Wochenende geöffnet

Bad Oeynhausen/Löhne (WB). Die Geschichte von unten dokumentieren - das ist das Ziel des Förderkreises zur Pflege des Archivs Weserhütte. Nur noch an diesem Wochenende können sich Interessenten die Ausstellung über die Geschichte der Weserhütte auf der Aqua Magica ansehen.

Die SPD-Landtagsabgeordneten Inge Howe und Angela Lück haben dies bereits Freitagnachmittag getan. Das ehemalige Mitglied des Betriebsrats, Karl-Heinz Vogelsang führte sie durch die Ausstellung.

Seit zwei Wochen stellt der Förderkreis die Geschichte der Weserhütte im Orchideenhaus der Aqua Magica aus. »Wir hatten eine sehr gute Resonanz. Es sind viele Besucher gekommen, die sich über Stunden unsere Sammlung angeschaut haben«, erzählte Karl-Heinz Vogelsang.

Anhand von zahlreichen Bildern, alten Zeitungsartikeln bis hin zu persönlichen Berichten von Mitarbeitern über ihren Arbeitsalltag schafft die Ausstellung einen gelungenen Eindruck von der Geschichte der Weserhütte. Von 1844 bis 1987 war das Unternehmen auf dem heutigen Gelände des Werreparks eines der größten Unternehmen im Umkreis.

»Wir wollen auch anderen Betrieben mit einer langen Geschichte Mut machen, den Weg ihres Unternehmens mal aufzuarbeiten«, erzählte Karl-Heinz Vogelsang. Über Könige und Kaiser wisse jeder genau Bescheid, aber über das Leben des einfachen Arbeiters und die Industrialisierung in Löhne und Bad Oeynhausen könne niemand berichten.

Dabei sei zum Beispiel die Lohnentwicklung eines jungen Arbeiters von 16 Jahren sehr spannend. Im Jahr 1919 verdiente er 80 Pfennig pro Tag. Anfang der 1920er Jahre bekamen die Angestellten der Weserhütte Gutscheine über Millionen. Damit konnten sie jedoch nur wenige Lebensmittel einkaufen, da das Geld zu der Zeit nur noch wenig Wert war.

Um die Geschichte weiterhin mitteilen zu können, braucht der Förderkreis einen Ausstellungsplatz. Karl-Heinz Vogelsang könnte sich dafür den Löhner Bahnhof vorstellen, denn ohne den Schienenverkehr hätte es keine Industrialisierung geben können. Deshalb wollte er die Landtagsabgeordneten Inge Howe und Angela Lück um Fördergelder bitten.

»Um Geld zu bekommen, muss die Interessensgemeinschaft einen Verein oder eine Stiftung gründen«, sagte Angela Lück. Das sei nun der erste Schritt für Karl-Heinz Vogelsang. Seiner Meinung nach hätten die Menschen Nachholbedarf und sollten sich über lokale Geschichte informieren.

WB-Artikel vom 26.06.2010

 

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