
Der Bundestag hat mit den Stimmen der SPD den erweiterten Rettungsfonds beschlossen. Das Gesetz sei zwar notwendig, nicht aber hinreichend, sagte Ex-Bundesfinanzminister Peer Steinbrück in der Bundestagsdebatte. Die SPD fordert weitergehende Maßnahmen wie einen Schuldenschnitt für Griechenland, eine Finanztransaktionssteuer und eine Beteiligung der Gläubiger und Banken an der Rettung Griechenlands.
Zu Beginn der Schlussdebatte zum erweiterten Rettungsschirm im Bundestag hat Ex-Bundesfinanzminister Peer Steinbrück alle Parteien dazu aufgerufen, den Menschen die ganze Dimension Europas stärker zu verdeutlichen. „Dieses Europa ist die Antwort auf 1945“, erinnerte er an die historische Bedeutung der Europäischen Union. Europa bedeute Rechts- und Sozialstaatlichkeit und ein Wirtschaftsraum mit einem Bruttosozialprodukt von über zwölf Billionen Euro. Alle Parteien hätten in der Schuldenkrise die Menschen stattdessen mit finanztechnischen Begriffen „überflutet“.
Scharf kritisierte er den Europakurs der Bundeskanzlerin. Angela Merkel habe durch Unentschlossenheit und widersprüchliche Äußerungen die Krise verschärft. Steinbrück: „Sie haben laviert und unglaubwürdige Dementis abgegeben.“
Erweiterter Rettungsschirm notwendig, aber nicht ausreichend
Trotz dieser Kritik bekräftigte der SPD-Politiker die Zustimmung seiner Partei zum erweiterten Euro-Rettungsschirm. Dies geschehe aus Verantwortung für Europa und für den Euro, denn die Alternative wäre ein Zerfall der Währungsunion. „Scheitert der Euro, dann wird die europäische Integration um zwei Jahrzehnte zurückgeworfen.“ Das Ja zum erweiterten Rettungsschirm sei ein „notwendiges“ Mittel gegen die Schuldenkrise, kein „hinreichendes“.





