SPD Ortsverein Hille

Politik mit Herz

Sozialdemokratische Vorschläge für ein neues europäisches Asylsystem

Veröffentlicht am 16.06.2020 in Bundestagsfraktion

Foto: pixabay.com

Die Europäische Union braucht eine humanitäre, langfristige und belastbare Asyl- und Flüchtlingspolitik. Die deutsche EU-Ratspräsidentschaft im zweiten Halbjahr 2020 muss genutzt werden, um die festgefahrenen Verhandlungen wieder aufzunehmen und eine Einigung zu erreichen. Die SPD-Bundestagsfraktion hat heute ihre Vorschläge für ein neues europäisches Asylsystem vorgestellt, das diesen Namen auch verdient. Das Konzept enthält detaillierte Vorschläge zu Verfahren und Verteilung und soll Humanität und Solidarität zusammenbringen.

Ute Vogt, Innenpolitische Sprecherin;
Lars Castellucci, migrationspolitischer Sprecher:

„Wir wollen das gescheiterte Dublin-System durch ein funktionierendes gemeinsames europäisches Asylverfahren ablösen. Das Asylsystem soll so weiter europäisiert und das Europäische Unterstützungsbüro für Asylfragen (EASO) dafür zu einer richtigen europäischen Asylagentur ausgebaut werden.

Europaweit verteilt sollen offene Asylzentren auf EU-Territorium geschaffen werden, die sich an den Standard der deutschen Einrichtungen anlehnen und in denen jede und jeder Schutz-suchende ein faires Asylverfahren mit einer maximalen Verfahrensdauer von drei Monaten erhält. Dazu zählt für uns, dass eine einheitliche Rechtsanwendung sowie der Zugang zu Beratung und Rechtsbeistand ebenso gewährleistet sind wie verbindliche Höchstbelegungszahlen und Höchstaufenthaltszeiten. Erst bei positivem Ausgang des Verfahrens erfolgt eine solidarische Verteilung auf die Mitgliedstaaten.

Wir wollen gleichzeitig die gegenseitigen Schuldzuweisungen beenden: Staaten, die keine Geflüchteten aufnehmen wollen, müssen das System über den EU-Haushalt mitfinanzieren oder vergleichbare materielle oder personelle Leistungen erbringen. Damit setzen wir auf ein arbeitsteiliges Modell innerhalb der gemeinsamen Asylpolitik, das nicht von allen das Gleiche verlangt, sondern Geschichte, Stärken und Schwächen sowie Interessen der Partner berücksichtigt.

Außerdem wollen wir für anerkannte Geflüchtete die Möglichkeit schaffen, spätestens ein Jahr nach ihrer Anerkennung in einen anderen Mitgliedstaat umzuziehen, wenn sie dort einen Arbeits-, Ausbildungs- oder Studienplatz finden und in der Lage sind, ihren Lebensunterhalt zu sichern.

Wir legen einen umfassenden Vorschlag zum europäischen Asylsystem vor, der human und solidarisch ist.“

 

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