SPD Ortsverein Hille

Politik mit Herz

Seehofers Blick nach rechts

Veröffentlicht am 11.10.2010 in Integration

Gerd Altmann / pixelio.de

Horst Seehofer will Menschen aus einzelnen Kulturkreisen die Zuwanderung nach Deutschland verwehren. Statt die Integrationspolitik konstruktiv voranzubringen, glaubt der bayerische Ministerpräsident, durch das Schüren von Ressentiments wieder mehr Wähler binden zu können.

Wenn Horst Seehofer sich mal wieder ins Gespräch bringen will, pflegt er für gewöhnlich gezielte Querschüsse gegen die eigene Bundesregierung zu setzen. Oder er vollzieht spektakuläre politische 180-Grad-Wendungen. Nun fischt der bayerische Ministerpräsident für die Schlagzeile auch am rechten Rand: Im Interview mit dem Magazin „Focus“ sagte er unter anderem: „Es ist doch klar, dass sich Zuwanderer aus anderen Kulturkreisen wie aus der Türkei und arabischen Ländern insgesamt schwerer tun. Daraus ziehe ich auf jeden Fall den Schluss, dass wir keine zusätzliche Zuwanderung aus anderen Kulturkreisen brauchen.“

Keine Zuwanderung also aus anderen Kulturkreisen: Applaus gibt es dafür bereits von Erika Steinbach. Und die Bundeskanzlerin glaubt, der Chef ihrer Schwesterpartei sei falsch verstanden worden. Er habe nur über Fachkräftezuzug gesprochen.

Dabei geht es Seehofer tatsächlich um mehr als nur Aufmerksamkeit. Mit wohl dosiertem Rechtspopulismus versucht er, seine schwächelnde CSU wieder zu stärken – und vor allem eine neue Protestpartei rechts von der Union zu verhindern. „Da wird keine Partei entstehen“, sagte er etwa Mitte September auf dem „Tag der Heimat“ der Vertriebenen in Berlin. „Wir haben sie in der Nachkriegsgeschichte verhindert und werden sie auch weiterhin verhindern.“ Dazu müssten aber drängende Probleme wie die Integration von Ausländern gelöst werden.

Gabriel: Union setzt falsche Impulse

Scharfe Kritik an Seehofers Spiel mit Ressentiments kommt von der SPD. Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel bezeichnete es als „pharisäerhaft“, wenn die CSU nun erkläre, dass der Fachkräftemangel zuallererst mit der Qualifizierung der eigenen Bevölkerung gelöst werden müsse. „Dann darf die CDU, CSU und FDP nicht ausgerechnet zwei Milliarden Euro in der Qualifikation von Langzeitarbeitslosen einsparen“, sagte er am Montag nach einer SPD-Präsidiumssitzung in Stuttgart.

Um den Fachkräftemangel zu bekämpfen, müsse viel mehr in Ganztagsschulen und mehr Kindertagesstätten in sozialen Brennpunkten investiert werden. Dabei müsse man sich vor allem um die 70.000 Schüler kümmern, die ohne Abschluss die Schule verlassen. „Wir brauchen nicht ein Bildungspäckchen für Kinder von Hartz-IV-Empfängern, wir brauchen ein richtig dickes Bildungspaket.“

Gabriel warf Seehofer zudem vor, mit der Forderung nach einem Betreuungsgeld falsche Impulse zu setzen. „Als erstes muss die CSU mal ihre bekloppte Forderung - ich kann das nicht anders nennen - zurücknehmen, über eine Milliarde Euro dafür ausgeben zu wollen, dass Eltern ihre Kinder nicht in den Kindergarten bringen.“

Wowereit: „Merkel muss Farbe bekennen“

Der stellvertretende SPD-Vorsitzende Klaus Wowereit forderte Angela Merkel auf, „ihre Haltung deutlich zu machen und Farbe zu bekennen. Es stimmt fassungslos, dass die Bundeskanzlerin heute keinen Dissens mit CSU-Chef Seehofer sieht. Noch am Wochenende hat sie beim Besuch des türkischen Ministerpräsidenten die Notwendigkeit der Integration aller Zuwanderer betont“, erinnerte Wowereit.

 

News der Bundes-SPD

13.07.2026 09:38
Zusammen Zukunft schreiben..
Eine neue Zeit braucht eine neue SPD. Deshalb entwickelt die SPD ein neues Grundsatzprogramm und erneuert sich zugleich.

Rente ist mehr als Mathematik. Rente ist mehr als Demografie. Rente ist eine entscheidende Frage der Gerechtigkeit.

26.06.2026 13:36
Stark gegen rechts.
Wir verteidigen unsere Demokratie - mit Haltung, klaren Argumenten und unseren Werten: Freiheit. Gerechtigkeit. Solidarität. Du willst mehr als zuschauen?

Weitere Meldungen 

News der NRWSPD

NRWSPD
Von Wiebke Esdar und Achim Post

Jochen Ott zur Änderung der Förderkriterien des GRW-Programms die dazu führen könnten, dass mehrere Großstädte an Rhein und Ruhr ab 2028 aus der Förderung fallen.

Die SPD ist dagegen, den staatlichen Unterhaltsvorschuss nur noch bis zum 16. Lebensjahr zu zahlen. Stattdessen will sie die Regeln für Unterhaltspflichtige verschärfen. Jochen Ott zum Präsidiumsbeschluss der SPD vom 17. August 2026.

Weitere Meldungen 

Für Sie in Düsseldorf

Für Sie in Berlin

Für Sie in Brüssel

Mitglied werden!

Kreis-SPD & Jusos