SPD Ortsverein Hille

Politik mit Herz

Integration – eine Brücke zu den Unternehmen

Veröffentlicht am 02.12.2010 in Bundespolitik

Bild: Rainer Vogt

Integration ist für eine Wirtschaftsnation wie Deutschland von zentraler Bedeutung – auch für die SPD.  Sie würdigt mit ihrem Innovationspreis 2010 gleich vier Unternehmen und Initiativen, die sich mit sozialem Engagement und unternehmerischem Mut für Integration einsetzen. Die Verleihung findet heute beim SPD Wirtschaftsempfang im Willy-Brandt-Haus statt.

„Wir haben Mitarbeiter aus mehr als 110 Nationen – türkische, polnische, russische, portugiesische, arabische Mitarbeiter“, listet Atilla Karka, Geschäftsführer des Reinigungsdienstleisters Birfood, auf. Zu seinen Unternehmenskunden zählen Großkonzerne, die ebenfalls Mitarbeiter mit nicht-deutschen Wurzeln beschäftigen. „Die größte Herausforderung für uns ist, aus dieser heterogenen Gruppe eine homogene Truppe zu machen“, erklärt der Geschäftsmann aus Lübeck. Mit allen Maßnahmen, die dafür notwendig sind. Und darin ist er erfolgreich. Für die Arbeitsgemeinschaft der Selbständigen in der SPD (AGS) ein Grund, Birfood mit dem Innovationspreis auszuzeichnen.

Erfolgsquote von 85 Prozent

Auch Kazim Abici und Coskun Costur können heute den Preis entgegennehmen. Mit ihrem Verein „Unternehmer ohne Grenzen“ bieten sie eine Plattform zum Austausch und zur Förderung der Selbständigkeit von Menschen mit Migrationshintergrund. Sie wollen ein Sprachrohr für Migrantinnen und Migranten sein, die eine Existenzgründung anstreben.

Noch früher, sozusagen an der Basis, setzt Ender Önder an. Er ist Geschäftsführer von ida, eine Gesellschaft, die durch Ausbildungsangebote Integration fördert. „Wir sind froh, dass wir für viele Jugendliche eine Brücke zu den Unternehmen sein können“, so der Unternehmer aus Ludwigshafen. 2007 hat er ida gegründet und seitdem konnte er 121 Bewerbern einen Ausbildungsplatz vermitteln. „Wir haben eine Erfolgsquote von 85 Prozent.“ Im Raum Ludwigshafen gibt es viele Betriebe mit türkischem Hintergrund, die es bevorzugen, außerhalb ihres Unternehmens ausbilden zu lassen. Vielen sind die bürokratischen Hürden zu kompliziert. „Da kommen wir ins Spiel, denn wir begleiten solche Betriebe, damit sie im nächsten Jahr selbst ausbilden können“, erklärt Önder. Für ihn ist der Innovationspreis eine Krönung seiner Arbeit, „dafür würde ich auch zu Fuß nach Berlin kommen!“

Qualifikationen werden zu oft ausgeblendet

Ganz auf die Belange von Migrantinnen konzentriert sich der Verein ISI aus Berlin. „Ein erfahrenes, multinationales Team begleitet und unterstützt Frauen aus aller Welt auf ihrem Weg zur Selbständigkeit“, erläutert Lucia Muriel von ISI das Vereinskonzept. Als eine ihrer größten Aufgaben bezeichnet Muriel, alle Beteiligten von den wirtschaftlichen Potenzialen der Migrantinnen zu überzeugen. Oft werden vorhandene Qualifikationen, berufliche Erfahrungen und Mehrsprachigkeit einfach ausgeblendet. „Diskriminierung und Ausgrenzung vom Arbeitsmarkt aufgrund besonderer Merkmale trifft leider immer noch für viele Frauen in diesem Land zu“, beklagt Muriel. Das Engagement von ISI „von Migrantinnen für Migrantinnen durch Selbsthilfe“ würdigt die Mittelstandsvereinigung der SPD mit dem Innovationspreis 2010.

Schon heute stellen Menschen mit Migrationshintergrund die Bevölkerungsgruppe mit dem höchsten Selbständigenanteil dar. „Damit fördern sie wesentlich die Dynamik der wirtschaftlichen Entwicklung“, betont Sven Hauke Kaerkes, Bundesvorsitzender der AGS. „Deshalb habe ich bei meiner Bewerbung als neuer Bundesvorsitzender der AGS die Frage der Selbständigkeit von Migranten ganz oben auf die Handlungsagenda gesetzt“, womit Kaerkes gleich den Blick in die Zukunft richtet: „Die Politik sollte über gezielte Anwerbung ausländischer Studierender aber auch durch eine Absenkung der Gehaltsgrenzen für die Zuwanderung von Fachkräften konsequent weiterentwickelt werden.“

 

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