SPD Ortsverein Hille

Politik mit Herz

Doppelmoral beim Thema Organspende

Veröffentlicht am 11.11.2010 in Bundespolitik

Union und FDP verschließen sich im Petitionsausschuss sinnvollen Lösungen zur Behebung des Mangels an Spenderorganen

„Union und FDP stellen sich als Wohltäter dar, versperren jedoch gleichzeitig den Weg zu einer nachhaltigen Lösung der Probleme bei der Organspende“, so der Bundestagsabgeordnete Stefan Schwartze. „Wer die Widerspruchslösung und die Äußerungspflicht gleichzeitig ausschließt, verweigert sich einer ernsthaften Debatte über Lösungswege.“

Der Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages hat gestern einstimmig beschlossen, eine Petition zur Erwägung an die Bundesregierung zu überweisen, welche Maßnahmen zur Erhöhung der Zahl von Organspenden in Deutschland enthält. Dabei handelt es sich haupt-sächlich um Verwaltungsmaßnahmen wie die Einrichtung eines zentralen Registers zur Verwaltung der Spendenbereitschaft oder die Frage der Ausbildung der Transplantationsbeauftragten an den Kliniken.

Stefan Schwartze, der im August vom Herz- und Diabeteszentrum Bad Oeynhausen eine Petition zur Behebung des Mangels an Spenderorganen entgegengenommen hat, hält die Regelungen für einen richtigen, aber viel zu kleinen Schritt. Für ihn ist klar, dass es einer breiten gesellschaftlichen Debatte über die Zukunft der Organspende in Deutschland bedarf. So ist zum Beispiel die Widerspruchslösung, wonach man einer Organspende ausdrücklich widersprochen haben muss, ebenso denkbar wie das Konzept der Äußerungspflicht, nach dem sich jeder Mensch als Organspender oder Nichtspender definieren muss.

,„Reine Verwaltungsmaßnahmen werden das Problem nicht lösen“, so Schwartze. „Eine breite Debatte über die Zukunft der Organspende haben Union und FDP mit ihrem Beschluss im Petitionsausschuss bewusst verweigert, indem sie sowohl die Widerspruchslösung als auch die Äußerungspflicht ablehnen. Das ist widersprüchlich und für diejenigen, die auf ein Spen-derorgan warten, nicht hilfreich.“

 

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