SPD Ortsverein Hille

Politik mit Herz

„Was Laumann macht, ist Geringschätzung der Hilfen und Beratung für Arbeitslose“

Veröffentlicht am 04.02.2020 in Landtagsfraktion

Zu den Plänen von NRW-Arbeitsminister Karl-Josef Laumann für eine Zerschlagung der Strukturen von Arbeitslosen- und Erwerbslosenzentren erklären Lisa-Kristin Kapteinat, stellvertretende Vorsitzende, und Josef Neumann, arbeitsmarktpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion im Landtag NRW:

Lisa-Kristin Kapteinat:

"Arbeitslosen- und Erwerbslosenzentren werden in NRW dringend gebraucht. Die unabhängigen Beratungsstellen helfen Arbeitslosen bei der Bewältigung ihrer Alltagssorgen und bei der Suche nach einem Job. Sie sind deshalb ein - auch emotional - wichtiger Baustein einer menschlichen Arbeitsmarktpolitik in unserem Land. Wenn NRW-Arbeitsminister Laumann jetzt die Landesförderung der Arbeitslosenzentren einstellt und eine Zusammenlegung mit den Erwerbslosenzentren ohne zusätzliche Mittel und Personal vorantreibt, dann bedeutet das de facto auch die Schließung von Einrichtungen. Flächendeckende Beratung wird es nicht mehr geben, die Folge wird ein Flickenteppich sein. Das haben die erfahrenen Expertinnen und Experten in den Beratungsstellen, die einen hervorragenden Job machen, und die Menschen, die auf ihre Hilfe angewiesen sind, nicht verdient.

Josef Neumann:

"Was der NRW-Arbeitsminister da macht, ist nichts Anderes als eine Geringschätzung von arbeitslosen Menschen und der Hilfen und Beratung für Arbeitslose. Unter dem Deckmantel kalter Effizienz-Rhetorik tritt er die Leistung der Beratungszentren mit den Füßen. Die Kosten für die Landesförderung sind mit 15.600 Euro pro Arbeitslosenzentrum verhältnismäßig gering. Das sollte es einem reichen Land bei sprudelnden Steuereinnahmen schon wert sein. Herrn Laumann sind diese wichtigen Einrichtungen offenbar nichts wert. Damit setzt er eine Politik der sozialen Kälte fort, für die er schon in seiner Zeit als Arbeitsminister zwischen 2005 und 2010 gestanden hat. In Zeiten abflachender Konjunktur und steigenden Arbeitslosenzahlen setzt Laumann damit die falschen Signale. Da kann auch die Beratung von ausgebeuteten Werksarbeitern nicht drüber hinwegtäuschen, um Missbrauch zu verhindern. Laumann sollte besser strengere Kontrollen anstrengen.

 

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