Michael Schweiß erhält Stimmen aller 26 Delegierten / Vortrag über neu auszurichtende Verwaltung und Finanzen
Hille-Südhemmern (mt). Jetzt ist es amtlich: Michael Schweiß wird für die SPD als Bürgermeisterkandidat an den Start gehen. Vorgestern Abend stimmten die 26 Delegierten der sechs SPD-Ortsvereine bei der Gemeindewahlkreiskonferenz im Müllerhaus in Südhemmern ohne Ausnahme für den 48-jährigen Holzhauser, der sich in einem Auswahlverfahren im August gegen die Mitwerber Burkhard Günther und Günter Hagedorn - beide treten nun als Direktkandidaten für den Gemeinderat an - durchgesetzt hatte.
In seinem Vortrag warb der diplomierte Verwaltungswirt, der seit 20 Jahren im Vlothoer Rathaus arbeitet, nicht nur für sich als Bürgermeister, sondern ging auch mit der Opposition und dem ehemaligen Bürgermeister Reinhard Jasper ins Gericht.Die Gemeinde habe großen Schaden durch das Fehlverhalten des ehemaligen Bürgermeisters, seine Weigerung, den Strafbefehl anzunehmen, und den hinausgezögerten Rücktritt genommen. Und die CDU habe den Wählerauftrag nicht verstanden, indem sie eine vorgezogene Bürgermeister-Neuwahl abgelehnt habe.
Michael Schweiß will als Bürgermeister nicht nur die politische Kultur, beispielsweise im Umgang mit dem Gemeinderat, verbessern, sondern auch frischen Wind ins Rathaus bringen. Er werde die Verwaltung nicht umkrempeln, aber neu ausrichten, das Potenzial der Mitarbeiter weiterentwickeln und sich mit ihnen auf Augenhöhe bewegen sowie Vertrauen und gegenseitigen Respekt aufbauen.
Ein weiteres wichtiges Anliegen war Michael Schweiß das Thema "Finanzen". Eine Ursache für den Finanznotstand sei en die Kostenkalkulationen für große Bauprojekte, die meist nicht eingehalten worden seien. "Da wurden die Wünsche über die Vernunft gestellt, auch Eile war ein Grund."
Die Pensionsrückstellungen für den abgewählten Beigeordneten belasteten ebenfalls die Gemeindekasse. "Damals sprach die Koalition von Einsparungen, heute ist sicher, dass sie in etwa die Höhe aufweisen, die von uns berechnet wurde." Da könne von Einsparung keine Rede sein.
Dass der von der SPD schon lange geforderte Arbeitskreis zur Haushaltskonsolidierung aktuell eingerichtet worden sei, begrüßte Michael Schweiß. Dass in den jetzigen Beratungen aber nicht die Personalkosten der Gemeinde auf dem Prüfstand ständen, sei nicht fair. "Wir schnüren das Sparpaket mit, allerdings nicht in der nun geforderten Eile. Der nächste Gemeinderat wird dann darüber entscheiden."
Sicher sei allerdings schon jetzt, dass mit der SPD keine Bürgerhäuser geschlossen würden.
Quelle: MT-Online vom 22. November 2008