SPD Ortsverein Hille

Politik mit Herz

Plutonium Leck – Japan muss die weltweit besten Experten zu Rate ziehen

Veröffentlicht am 30.03.2011 in Bundespolitik

Zu der täglich katastrophaler werdenden Situation in der Atomanlage Fukushima I erklärt der zuständige Berichterstatter der SPD-Bundestagsfraktion Marco Bülow:

Die Katastrophe in der Atomanlage Fukushima I nimmt immer größere Ausmaße an. Täglich kommen neue schlechte Nachrichten. Deshalb ist es nötig, dass in Japan Konsequenzen gezogen werden und dort mit Hilfe der international besten Experten sofort alles Mögliche daran gesetzt wird, um das Allerschlimmste abzuwenden. Denn mittlerweile hat sich die Situation so zugespitzt, dass extrem giftiges und langlebiges Plutonium frei gesetzt wird. Nun ist klar, dass die Sicherheitsbehälter beschädigt sind und dass in den Reaktoren Kernschmelzen stattfinden.

Eine Katastrophe solchen Ausmaßes ist keine nationale Angelegenheit mehr, sondern hat durch die schleichende Ausbreitung über die Atmosphäre und die Weltmeere internationale Folgen. Japan übernimmt damit auch Verantwortung für die Menschheit und die globalen Ökosysteme jenseits seiner Grenzen. Es darf nur noch um die Frage gehen, wie man die schlimmsten vorstellbaren Auswirkungen noch verhindern kann. Diese Aufgabe ist so schwierig, dass man sich der Hilfe der weltweit besten Experten nicht verschließen sollte. Zwar sind Experten aus den USA und Frankreich vor Ort. Es ist jedoch völlig unklar und intransparent, welche Hilfe sie tatsächlich leisten und inwiefern der Betreiber TEPCO den Rat annimmt. Hilfe darf nicht als Bevormundung verstanden werden. Sie muss allerdings in höchstem Maße stringent und zielgerichtet sein, um das Chaos nicht noch zu verschlimmern.

Der von Skandalen erschütterte Betreiber TEPCO scheint offensichtlich überfordert zu sein. Nach so langer Zeit kann er immer noch nicht eindeutig erklären, wie der Zustand seiner Anlage ist. Entweder weiß er es tatsächlich nicht, dann bestätigt das zusätzlich noch einmal wie unbeherrschbar die Technik ist, oder der Betreiber agiert bewusst intransparent. Nicht nur, dass die internationale Öffentlichkeit nicht ausreichend informiert wird, sondern auch die Tatsache, dass selbst Arbeiter vor Ort, kritische Anlagenteile ohne ausreichende Schutzanzüge betreten und sich aufgrund hoher Strahlung Verbrennungen zu ziehen, ist in höchstem Maße besorgniserregend.

 

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