SPD Ortsverein Hille

Politik mit Herz

Mehr Pioniere in Afghanistan aktiv

Veröffentlicht am 10.12.2010 in Bundespolitik

Text & MT-Foto: Amtage

Kommandeur des Regimentes 100 schildert bei traditionellem Brückenschluss aktuelle Situation

Minden (mt). Die Soldatinnen und Soldaten des Pionierregimentes 100 werden 2011 noch stärker im Afghanistan-Einsatz eingebunden werden als bisher.

Beim traditionellen Brückenschluss der Pioniere mit Stippgrützeessen in der Herzog-von-Braunschweig-Kaserne betonte Kommandeur Oberst Wolfgang Pirner gestern, 112 Soldatinnen und Soldaten seien darauf vorbereitet worden, im kommenden Jahr die Afghanistan-Schutztruppe zu unterstützen. Zurzeit sind 69 Kräfte bei Kunduz im Einsatz.

Vor rund 100 Gästen aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung, darunter die Landtagsabgeordneten Inge Howe (SPD) und Kai Abruszat (FDP), erinnerte Pirner daran, dass sich für die Soldaten die Lage in Afghanistan in den vergangenen Jahren verschlechtert habe, auch wenn es in den letzten Wochen kleinere Anzeichen für eine Verbesserung der Situation gäbe. Gemeinsame Operationen mit den afghanischen Sicherheitskräften seien schon vor dem Hintergrund einer ganz anderen Mentalität schwierig. Dass bis zu 20 Prozent der Afghanen morgens gar nicht erst zum Dienst anträten, sei üblich.

"Gibt es ein Problem in der Familie, dann geht die Familie vor. Alles andere steht hinten an"

Hinzu komme die Abzugsdiskussion, die sich nachteilig auswirke. Die Bevölkerung stelle sich die Frage, wer für Sicherheit sorge, wenn die Schutztruppen abgezogen seien, und gehe auf Distanz. Wichtige Hinweise für die deutschen Soldaten auf mögliche Gefahren gingen so verloren, erklärte der Kommandeur.

Im Herbst 2011 wird auch der neue Chef des Schweren Pionierbataillons 130, Oberstleutnant Frank Söhnholz nach Kunduz gehen und dort beim Regional Command North die Führung der Pionierkräfte übernehmen. Oberst Wolfgang Pirner wird Anfang Januar für voraussichtlich fünf Monate im Rahmen des KFOR-Einsatzes die Kosovo-Truppe im Nordkosovo unterstützen. Drei Kompanien, die sich in den vergangenen Wochen auf den Einsatz im Kosovo vorbereitet hatten, werden nicht mehr eingesetzt, nachdem sich die Lage in dem Gebiet nach Ansicht der multinationalen Schutztruppe deutlich verbessert hat.

Auf die Strukturreform der Bundeswehr eingehend, betonte Pirner, es gebe für den Bundeswehr Standort Minden "keine negativen Signale".

Bildunterschrift:
Ließen sich die Stippgrütze schmecken: Oberstleutnant Frank Söhnholz, Landrat Dr. Ralf Niermann, die Landtagsabgeordneten Kai Abruszat und Inge Howe (2. v. r.), Vize-Bürgermeister Egon Stellbrink und Oberst Wolfgang Pirner (v. l.).


© Mindener Tageblatt 2010 vom 09./10.12.2010

 

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