SPD Ortsverein Hille

Politik mit Herz

Linden dürfen weiter wachsen

Veröffentlicht am 28.08.2009 in Presse

Lübbecke (WB). Ingrid Richter strahlt übers ganze Gesicht: Mit einer Schere rückt sie den Trauerbändern zu Leibe und bringt Zettel mit Smileys an den Stämmen an. »Wir freuen uns, wir dürfen hier bleiben« ist darauf zu lesen. Die Linden an der Pettenpohlstraße werden nicht gefällt, die Mauer vor dem Amtsgericht wird nach hinten versetzt. So kann das Wurzelwerk die Mauersteine nicht mehr beschädigen.

Damit hat ein Streitthema ein überraschendes Ende gefunden. Vor etwa sechs Monaten brachte Georg Haering von den Grünen den Stein ins Rollen. Er hatte beantragt, die Linden nicht zu fällen. Dass sich die Grünen sowohl im Rat als auch im Bauausschuss für die etwa 30 Jahre alten Bäume stark machten, fiel jedoch nicht auf fruchtbaren Boden, es gab keine Mehrheit. »Am Anfang standen wir allein da, mittlerweile sprechen sich alle für den Erhalt der Linden aus«, sagte Haering, bevor der Petitionsausschuss gestern Morgen - nach nicht-öffentlicher halbstündiger Beratung vor Ort - seine Entscheidung traf.

An diesen hatte sich die Lübbeckerin Ingrid Richter gewendet, nachdem sich der Bauausschuss der Stadt wie auch der Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW, dem das Gebäude gehört, für die Abholzung ausgesprochen hatten.

Vor Ort waren gestern unter anderem Bürgermeisterin Susanne Lindemann, Vertreter des Bau- und Liegenschaftsbetriebs und die Vorsitzende des Petitionsausschusses im Düsseldorfer Landtag, Inge Howe. Diese war sichtlich froh, dass eine Einigung erzielt werden konnte. »Die Mauer wird saniert, bleibt somit erhalten, und auch die Linden können in Zukunft weiter wachsen.«

Den Mauerschaden übernimmt eine Versicherung. Für den Grundstücksstreifen, der durch die Rückversetzung entsteht, wird die Stadt jedoch ins Portemonnaie greifen müssen. »Das war für uns entscheidend«, sagte Volker Trüggelmann vom Bau- und Liegenschaftsbetrieb. Wann mit der Maßnahme begonnen wird, ist noch nicht klar. »Es soll eine für beide Seiten vernünftige Lösung geben«, sagte Lindemann.

Quelle:
WB vom 28.08.2009

 

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