SPD Ortsverein Hille

Politik mit Herz

Immer noch keine Entscheidung zur "Grille"

Veröffentlicht am 14.02.2008 in Presse

Ehemalige Gaststätte an der Viktoriastraße könnte ein Fall für den Petitionsausschuss werden

Minden (mt). Das Tauziehen um die "Grille" geht weiter. Während die denkmalgeschützte Ruine an der Viktoriastraße vor sich hin gammelt, konnte sich der Bauausschuss gestern noch zu keinem klaren Votum in Sachen Abriss durchringen.

Der ehemalige Vergnügungstempel an der Viktoriastraße gehört der Großbrauerei "Brau und Brunnen". Der Konzern pumpt Jahr für Jahr fünfstellige Eurobeträge in die marode "Grille", um die allergröbsten Schäden halbwegs in den Griff zu kriegen. In deren Auftrag hat der Mindener Architekt Jörg Albersmeier schon im März vergangenen Jahres einen Abbruchantrag gestellt. Er plant einen Neubau mit Einzelhandelsgeschäft (das MT berichtete).

Unversehens war im Juni jedoch ein anderer Interessent aufgetaucht, der das Gebäude erhalten, sanieren und dort angeblich Gastronomie und Hotelerie unterbringen wollte. Angesichts der schweren Schäden (wie Hausschwamm, eingestürzte Decken oder das kaputte Dach) haben viele Experten ihre Zweifel, ob so ein ambitioniertes Projekt realisierbar ist: Viel Zeit und noch viel mehr Geld müssten investiert werden.

Architekt Albersmeier ist sich sicher: "Das Ensemble ist so heruntergekommen - das lässt sich wirtschaftlich gar nicht mehr retten." Außerdem habe "Brau und Brunnen" eine gastronomische Nutzung der "Grille" untersagt, so Albersmeier. Hinzu kommt, dass die Stadt eine Bürgschaft in Höhe von 240 000 Euro fordert. Der potenzielle Investor habe jedoch nur 100 000 Euro anbieten können, wie Fachbereichsleiter Klaus-Georg Erzigkeit erläuterte. Auch er befürwortet den Abriss.

SPD, CDU und Karl-Ludwig Sierig (MI) schlossen sich gestern dieser Auffassung an. Noch nicht festlegen wollte sich hingegen Horst Idelberger (Grüne). Er forderte die Verwaltung auf, das Thema "Grille" bis zur nächsten Sitzung noch einmal schriftlich für eine Sitzungsvorlage aufzuarbeiten: "Jetzt kommt es auf 14 Tage auch nicht mehr an."

Fast ein Jahr nach Antrag noch keine Entscheidung: Angesichts dieses Tempos in der politischen Willensbildung gab sich Architekt Jörg Albersmeier in der gestrigen Sitzung keine Mühe, seinen Ärger zu verbergen. Ihm fehle jegliches Verständnis dafür, dass die Entscheidung so lange dauert, machte er deutlich. Er habe sich in dieser Sache an den Petitionsausschuss des Landtages gewandt. An dieses Gremium können sich Bürger wenden, wenn sie sich von einer staatlichen Stelle ungerecht behandelt fühlen. Albersmeier kann sich sicher sein, dass die Vorsitzende des Petitionsausschusses diesen Fall nicht nur kennt, sondern tagtäglich vor Augen hat: Inge Howe (SPD) kommt aus Minden.

Quelle: Mindener Tageblatt vom 14.02.2008

 

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