SPD Ortsverein Hille

Politik mit Herz

Ein deutliches Stopp-Signal

Veröffentlicht am 28.02.2011 in Bundespolitik

Foto: Wiedemann/pixelio.de

Fünf SPD-geführte Länder haben am Montag in Karlsruhe Klage gegen die Laufzeitverlängerung für Kernkraftwerke eingereicht. Die Bundesregierung hatte bei ihrem Gesetzesvorstoß im vergangenen November den Bundesrat nicht in den Entscheidungsprozess einbezogen. Für die Kläger ein unzulässiges Vorgehen. Nun soll das Verfassungsgericht die Frage klären.

Schwarz-Gelb hat mit dem Aufschub des Atomausstiegs im vergangenen Jahr den Betreibern von Atomkraftwerken eine Laufzeitverlängerung von im Schnitt zwölf Jahren verschafft. Die Kläger wollen in Karlsruhe nicht nur die Regierungsentscheidung kippen, „es geht uns um die verfassungsmäßig garantierten Rechte der Länder. Diese hat die Bundesregierung wider besseres Wissen missachtet“, so die rheinland-pfälzische Umweltministerin Margit Conrad (SPD). Auch ihr Amtskollege Johannes Remmel (Grüne) aus Nordrhein-Westfalen betonte: „Wir wollen ein deutliches Stopp-Signal setzen.“

Die Marktmacht der Atomkonzerne

Rheinland-Pfalz, Berlin, Brandenburg, Bremen und Nordrhein-Westfalen haben gemeinsam die Klageschrift erarbeitet und am Montag beim Verfassungsgericht eingereicht. Sie wehren sich dagegen, dass die Regierung das Laufzeitplus ohne Zustimmung des Bundesrates beschlossen hatte, in dem Schwarz-Gelb keine Mehrheit hat. Die Länder mit Atommeilern sind für die Aufsicht und die Einhaltung von Sicherheitsauflagen zuständig. Mit den schwarz-gelben Atombeschlüssen würden den Länderbehörden zusätzliche Aufgaben aufgebürdet – und dafür hätte es einer Zustimmung durch die Länderkammer bedurft.

Mit den längeren Laufzeiten für die 17 deutschen Meiler werde die Marktmacht der Atomkonzerne Eon, RWE, Vattenfall und EnBW zementiert, so ein weiterer Vorwurf aus den Oppositionsreihen. Das behindere den Ausbau der Öko-Energie und führe zu höheren Strompreisen für Industrie und Verbraucher. Für die Umweltschützer von Greenpeace ein Grund, ebenfalls Verfassungsbeschwerde gegen das Laufzeitplus einzureichen.

Formell und inhaltlich verfassungswidrig

Die Fraktionen von SPD und Grünen im Bundestag unterstützen den Vorstoß von Greenpeace und den der Länder und arbeiten an einer eigenen Klage, die in Kürze den Karlsruher Richtern zugestellt werden soll. Die Abgeordneten sehen in den verlängerten Atom-Laufzeiten einen klaren Verstoß gegen das Grundgesetz. Beide Novellen des Atomgesetzes seien sowohl formell als auch inhaltlich verfassungswidrig. Frank-Walter Steinmeier (SPD) zeigte sich – wie auch Jürgen Trittin von den Grünen – zuversichtlich, dass die Opposition Recht bekommen werde.

SPD und Grüne werfen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und ihrer Regierungsmannschaft außerdem einen Verstoß gegen Artikel 2 des Grundgesetzes vor, der das Recht der Bevölkerung auf Leben und körperliche Unversehrtheit garantiert. In diesem wie in den anderen Punkten wird allerdings keine schnelle Entscheidung des Verfassungsgerichts erwartet – Ex-Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) rechnet mit zwei bis drei Jahren.

(mit dpa)

 

News der Bundes-SPD

26.06.2026 13:36
Stark gegen rechts.
Wir verteidigen unsere Demokratie - mit Haltung, klaren Argumenten und unseren Werten: Freiheit. Gerechtigkeit. Solidarität. Du willst mehr als zuschauen?

Rente ist mehr als Mathematik. Rente ist mehr als Demografie. Rente ist eine entscheidende Frage der Gerechtigkeit.

Bei der Erbschaftssteuer geht es um Gerechtigkeit und um eine zentrale Frage: Hängen Chancen von Leistung ab oder von Herkunft?

Weitere Meldungen 

News der NRWSPD

NRWSPD
Am 02.07.2026 haben die Vorsitzenden der Berliner Regierungskoalition umfassende Reformpläne vorgestellt, die im Koalitionsausschuss am Tag zuvor geeint wurden. Jochen Ott, NRWSPD-Spitzenkandidat für die Landtagswahl 2027, zu den Berliner Reformplänen.

NRWSPD-Generalsekretär Frederick Cordes zum GFF-Gutachten zur Verfassungswidrigkeit der AfD

Weitere Meldungen 

Für Sie in Düsseldorf

Für Sie in Berlin

Für Sie in Brüssel

Mitglied werden!

Kreis-SPD & Jusos