SPD Ortsverein Hille

Politik mit Herz

Der erste Stau auf der Nordumgehung

Veröffentlicht am 18.02.2011 in Verkehr

Bau des Dehmer Tunnels verzögert sich um ein Jahr / Kampeter: "Politisches, kein finanzielles Problem"

Bad Oeynhausen. Zuerst ging’s mit Vollgas auf die Strecke. Nun wird gebremst bei der Nordumgehung: Der Bau des Dehmer Tunnels verzögert sich um rund ein Jahr. Fraglich ist noch, ob sich damit auch die Eröffnung der Nordumgehung von 2014 auf 2015 verschieben wird.

450 Meter lang und voraussichtlich rund 25 Millionen Euro teuer wird der Hahnenkamp-Tunnel in Dehme. Ursprünglich sollte der Auftrag für den Bau schon im letzten Jahr vergeben werden, Baubeginn sollte im März 2011 sein.

Daraus wird nichts, wie Sven Johanning, Sprecher von Straßen NRW in Bielefeld, gestern bestätigte. "Die europaweite Ausschreibung soll nun im März oder April erfolgen", sagte Johanning. "Wir rechnen damit, dass wir Ende dieses Jahres den Auftrag vergeben können."

Straßen NRW kalkuliert für den Tunnel drei Jahre Bauzeit. "Zwei Jahre für den Rohbau und noch ein Jahr für die technische Ausstattung", so Johanning. Bei dem nun anzunehmenden Baubeginn für den Tunnel im nächsten Jahr würde das bedeuten: Die Nordumgehung ist auch erst 2015 fertig.

Doch in Düsseldorf plant man anders. "Die Verzögerung beim Tunnelbau soll voll wieder aufgeholt werden", sagt Inge Howe. Die heimische SPD-Landtagsabgeordnete beruft sich dabei auf ein Gespräch mit Eckhard Maatz, dem Referatsleiter im Landes-Verkehrsministerium.

Ähnliches erklärte auch NRW-Verkehrsminister Harry K. Voigtsberger (SPD), der gestern bei einem Besuch in Bielefeld sagte: "Vielleicht wird die Nordumgehung sogar eher fertig als geplant." Denn man werde in diesem Jahr mehr Geld als geplant in den Bau der A 30 investieren.

Am Geld, so erklärte Steffen Kampeter, CDU-Bundestagsabgeordneter aus Minden und Staatssekretär im Bundesfinanzministerium, liege die Verzögerung nicht. Und daran werde auch der weitere Bau nicht scheitern. "Die Mittel für die Nordumgehung sind als Einzelmaßnahme im Lückenschlussprogramm festgeschrieben. Das Projekt ist durchfinanziert. Da kann auch nichts abgeknapst oder umgeschichtet werden", sagte Kampeter der NW. "Wenn die Nordumgehung Probleme hat, dann sind das nicht finanzielle, sondern allenfalls politische." Die rotgrüne Landesregierung in Düsseldorf wolle womöglich Mittel aus Ostwestfalen für Projekte im Rheinland umleiten. Im Falle der Nordumgehung wäre das nur möglich, "wenn man das Projekt administrativ verzögert", so Kampeter. So sei es im vergangenen Jahr nach seiner Kenntnis eine bewusste Entscheidung gewesen, die Ausschreibung für den Tunnel nicht wie geplant auf den Weg zu bringen. "Die Pläne lagen fertig auf dem Tisch".

Dass es solche Umschichtungen geben soll, weist Inge Howe energisch zurück. "Das Geld für die Nordumgehung ist vom Bund bereitgestellt und wird auch ohne Kürzungen für das Projekt weitergegeben", versichert sie. Auch die Verzögerungen beim Tunnelbau hätten keine finanziellen Gründe. "Hier ging es um Probleme bei der Planung", so Howe.

Quelle: NW vom 18.02.2011

 

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