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Politik mit Herz

Der Bund muss bei der Anerkennung im Ausland erworbener Qualifikationen dringend nachbessern

Veröffentlicht am 16.02.2011 in Landespolitik

Potenziale bleiben ungenut

Mit Blick auf den Fachkräftebedarf fordert Nordrhein-Westfalens Arbeits- und Integrationsminister Guntram Schneider die Bundesregierung auf, ihren Gesetzentwurf zur Anerkennung im Ausland erworbener Qualifika­tionen dringend nachzubessern. "Allein in Nordrhein-Westfalen leben bis zu 130.000 Menschen mit Migrationshintergrund, deren berufliche Po­tentiale ungenutzt bleiben, weil deren Qualifikationen hier nicht oder nur unzureichend anerkannt werden", sagte Schneider. "Darunter sind Me­diziner und Ingenieure, die wir auf dem Arbeitsmarkt in Nordrhein-Westfalen dringend brauchen." Auch gehöre es zu einer Willkommens­kultur, die Potenziale zu nutzen.

Auf der heute (16. Februar 2011) in Mainz beginnenden Integrations­ministerkonferenz setzt sich Minister Schneider unter anderem für quali­fizierte Verfahren ein, mit denen die wirkliche Kompetenz der Zugewan­derten ermittelt wird. "Dabei kann es nicht nur um vorliegende Zeug­nisse gehen, sondern beurteilt werden müssen die tatsächlichen prakti­schen Fähigkeiten", erklärte Schneider. Verbessert werden müssten auch die Möglichkeiten für Nachqualifizierungen. "Gleichzeitig müssen effiziente Beratungsstrukturen geschaffen werden, die den oft dichten Behördendschungel ersetzen", fordert der Minister.

"Menschen mit Zuwanderungsgeschichte sind ein großes Potenzial für unseren Arbeitsmarkt, das genutzt werden muss", betonte Schneider. Der Minister verwies in diesem Zusammenhang auch auf den aktuellen "Arbeitsmarktreport NRW 2010 – Migrantinnen und Migranten auf dem Arbeitsmarkt". Daraus gehe hervor, dass die Erwerbsbeteiligung der Menschen mit Zuwanderungsgeschichte trotz positiver Entwicklung noch erheblich ausgebaut werden könne. Dem Bericht zufolge sind nur rund 57 Prozent der Menschen mit Zuwanderungsgeschichte in Nordrhein-Westfalen erwerbstätig, aber 71 Prozent der Menschen ohne Zu­wanderungsgeschichte. Bei den Frauen betrage das Verhältnis sogar 49 zu 65,2 Prozent.

Ermutigend sei es deshalb, dass es laut dem Report mehr ausländische weibliche Beschäftigte gibt. Deren Zahl stieg um 5,9 Prozent - von 149.241 im Juni 2007 auf 158.108 im Juni 2009. Auch bei der Erwerbs­losenquote zeige der Bericht einen positiven Trend auf: Sie ging bei den Menschen mit Zuwanderungsgeschichte von 19,0 Prozent im Jahr 2005 um mehr als fünf Prozentpunkte auf 13,9 Prozent in 2009 zurück. "Das zeigt, dass mehr Menschen mit Migrationshintergrund einer Beschäfti­gung nachgehen", betonte Schneider. "Wir dürfen uns aber darauf nicht ausruhen, sondern müssen die Erwerbsbeteiligung der Menschen mit Zuwanderungsgeschichte weiter erheblich steigern."

Der "Arbeitsmarktreport NRW 2010 – Migrantinnen und Migranten auf dem Arbeitsmarkt" steht zum Download zur Verfügung unter www.mais.nrw.de.

 

Homepage Inge Howe

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