SPD Ortsverein Hille

Politik mit Herz

Antibiotikaresistente Keime gehören nicht auf den Teller

Veröffentlicht am 27.10.2020 in Bundestagsfraktion

Foto: pixabay.com

Germanwatch und “Ärzte gegen Massentierhaltung” haben 165 Hähnchenfleischproben der drei führenden Geflügelkonzerne in der EU auf Krankheitserreger mit Resistenzen gegen Antibiotika testen lassen. Das Ergebnis: In 51 Prozent der Proben fanden sich die gefährlichen Keime. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft muss daher endlich entschlossen handeln.

Nezahat Baradari, zuständige Berichterstatterin:

„Jeder Antibiotikaeinsatz kann die Bildung resistenter Erreger nach sich ziehen. Dies gilt auch für antibiotische Behandlungen beim Tier. Dennoch werden hier immer noch zu viele Antibiotika verabreicht. Die Folge: In tierischen Produkten können diese resistenten Keime in unsere Küchen gelangen. Jährlich rund 33.000 Todesfälle in Europa, die auf resistente Keime zurückzuführen sind, sprechen eine klare Sprache: Hier muss endlich entschlossen gehandelt werden.

Deshalb muss sich das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft bei der Umsetzung der EU-Verordnung über Tierarzneimittel für strengere Maßnahmen einsetzen. Kritische Antibiotikaklassen wie Fluorchinolone oder das Reserveantibiotikum Colistin müssen ausschließlich der Behandlung beim Menschen vorbehalten sein. Ebenso müssen wir bei den aktuellen parlamentarischen Verhandlungen zur Änderung des Arzneimittelgesetzes prüfen, wo verschärfte Maßnahmen sinnvoll sind.

Klar ist jedoch, dass allein mit strengeren Regeln im Arzneimittelrecht keine Lösung gefunden werden kann. Tiere, die in großer Zahl in engen Ställen gehalten werden, sind anfälliger für Krankheiten. Nur mit erheblichen Verbesserungen der Haltungsbedingungen kann das Problem an der Wurzel gepackt werden.“

 

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