SPD Ortsverein Hille

Politik mit Herz

800.000 Euro für Ärzteausbildung

Veröffentlicht am 15.11.2012 in Presse

SPD-Fraktionschef Römer sieht Region gestärkt

Bad Salzuflen (rad). Damit die Praxisausbildung von Ärzten in der Region nächstes Jahr starten kann, sollen möglichst schnell die nötigen Lehrräume an OWL-Kliniken geschaffen werden. 1,8 Millionen Euro stünden für Sachkosten zur Verfügung, 800.000 Euro seien im Haushalt 2013 e ingeplant, sagte Norbert Römer, Vorsitzender der SPD-Landtagsfraktion, am Rande einer Klausurtagung der Abgeordneten in Bad Salzuflen.

Nachdem die Landesregierung eine medizinische Fakultät an der Uni Bielefeld abgelehnt hatte, soll mit den Investitionen nun eine Kooperation mit der Uni Bochum angeschoben werden. Diese sieht nach Angaben von Vize-Fraktionschefin Inge Howe (Minden) vor, dass die Jungmediziner den praktischen Teil der Ausbildung vom siebten Semester an in OWL absolvieren. 60 Plätze sollen an die Uni Bielefeld angedockt werden. Die SPD geht von jährlichen Kosten von 5,7 Millionen Euro aus. Römer sieht damit die Medizinregion OWL gestärkt.

Der Bielefelder Landtagsabgeordnete Günter Garbrecht sagte, bei dem Thema müsse auch die Bedeutung der Gesundheitswissenschaften an der Uni Bielefeld erkannt werden. „Das ist ein wichtiger Baustein in unserem Konzept.“ Howe zufolge gibt die Praxisausbildung den angehenden Ärzten die Gelegenheit, die Region kennenzulernen. „Wir hoffen auf einen Klebeeffekt“, damit junge Mediziner auch Praxen im ländlichen Raum übernähmen.

Die Kritik von CDU-Fraktionschef Karl-Josef Laumann wies Römer zurück. Der hatte die Absage an eine medizinische Fakultät „skandalös“ genannt. „Herr Laumann wirft uns oft vor, wir würden nicht genug sparen. Da verstehe ich nicht, wie er sich für ein überteuertes Prestigeprojekt vor den Karren spannen lassen konnte.“ Garbrecht äußerte sich skeptisch zu den Ankündigungen von Ärztekammer-Präsident Theodor Windhorst, die Medizinfakultät auch mit privaten Mitteln zu stemmen. Die Erfahrungen der Privatuni Witten-Herdecke hätten gezeigt, dass das auf Dauer nicht funktioniere. Stattdessen sei „jedes Unternehmen willkommen“, sich mit Stiftungsprofessuren zu beteiligen.

© 2012 Neue Westfälische
12 - Bad Oeynhausen, Donnerstag 15. November 2012

 

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