SPD Ortsverein Hille

Politik mit Herz

SPD will in Karlsruhe klagen

Veröffentlicht am 21.09.2011 in Bundespolitik

M.Großmann/Pixelio.de

Nach langem Hin und Her wollen Union und FDP die vom Bundesverfassungsgericht geforderte Neuregelung des Wahlrechts nun schnell durchsetzen. Panik vor Neuwahlen? SPD und Grüne kündigen unterdessen an, gegen das schwarz-gelbe Konzept vor dem Bundesverfassungsgericht klagen zu wollen, da die Koalition das Wahlrecht als Machtrecht missbrauche.

Auf einmal haben sie es eilig. Monatelang stritten Union und FDP beim Wahlrecht und nahmen billigend in Kauf, dass eine Neuwahl nach dem aktuellen Wahlrecht verfassungswidrig wäre. Jetzt will die Koalition - trotz mehrfacher Verhandlungsangebote der Opposition - die vom Bundesverfassungsgericht geforderte Neuregelung des Wahlrechts im Alleingang durchdrücken.

Heute wurde der schwarz-gelbe Gesetzentwurf zum Bundestagswahlrecht mit Koalitionsmehrheit im Innenausschuss beschlossen. Nächste Woche soll er den Bundestag passieren. Und zwar nicht - wie bislang üblich - im Konsens der Parteien, sondern als Mehrheit des Parlaments gegen die Minderheit. 

Schwarz-Gelber Alleingang beschädigt Demokratie

Liegt es daran, dass das Thema durch die Spekulationen über vorzeitige Neuwahlen in den Blickpunkt gerückt ist? Thomas Oppermann, Parlamentarischer Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion, warnt die Koalition, ihren Reformvorschlag gegen die Opposition durch den Bundestag zu drücken: „Wer eine so zentrale Frage im Konflikt durchsetzt, beschädigt unsere Demokratie.“ Erst letzte Woche hatten die Sozialdemokraten im Bundestag für einen fraktionsübergreifenden Vorschlag für ein neues Wahlrecht geworben.

Koalitionsentwurf verfehlt von Verfassungshütern vorgegebene Ziele

Oppermann bekräftigt die ablehnende Haltung der SPD zum Koalitionsentwurf für ein neues Wahlrecht. Dieser löse die eigentlichen Probleme nicht. Das betont auch Martin Fehndrich, Mitinitiator der Online-Plattform wahlrecht.de. Im Gespräch mit spd.de kritisiert er, im Koalitionsgesetzentwurf  werde das negative Stimmgewicht nicht beseitigt, auch bleiben die Überhangmandate unangetastet.“
Die SPD sieht sich in ihrer Kritik am Entwurf der Koalition bestätigt. „Die Koalition missbraucht das Wahlrecht als Machtrecht“, fasst Thomas Oppermann zusammen. Das Versprechen, gleiches Stimmengwicht für alle, werde nicht eingehalten. Sollte es dabei bleiben, will die SPD vor das Bundesverfassungsgericht ziehen.  Auch die Grünen kündigen diesen Schritt an: „Wir sehen uns in Karlsruhe wieder“, so der Innenexperte der Grünen, Wolfgang Wieland.

„Mehr Demokratie“ erwägt Verfassungsbeschwerde

Auch der Verein „Mehr Demokratie“ erwägt eine Sammel-Verfassungsbeschwerde: „Gemeinsam mit vielen Bürgerinnen und Bürgern würden wir dann vors Bundesverfassungsgericht ziehen und unser Recht auf ein fair geregeltes und nachvollziehbares Wahlverfahren geltend machen“, sagt heute Vorstandssprecher Michael Efler. „Nicht nur das negative Stimmgewicht, sondern vor allem die Überhangmandate müssen abgeschafft werden.“

 

News der Bundes-SPD

26.05.2026 09:14
Zusammen Zukunft schreiben..
Die SPD erarbeitet ein neues Grundsatzprogramm. Mach mit und gestalte mit uns die Zukunft.

11.05.2026 14:41
Stark gegen rechts.
Rechtsextremismus bedroht unsere Demokratie, Freiheit und den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Wir stellen uns entschieden dagegen - für Vielfalt und eine starke Demokratie. Mach mit.

01.05.2026 07:43
Ihr FAIRdient Tarif.
Steuergeld soll faire Arbeit stärken. Dafür sorgt die SPD: Mit dem Bundestariftreuegesetz erhalten nur Unternehmen, die ihre Angestellten nach Tarifvertrag bezahlen, öffentliche Aufträge. Das ist gerecht.

Weitere Meldungen 

News der NRWSPD

NRWSPD
Die EU-Kommission hat die Pläne der Bundesregierung für einen Industriestrompreis am heutigen Donnerstag gebilligt. Achim Post, NRWSPD-Vorsitzender, zur EU-Genehmigung.

Die Bundesregierung hat sich im Rahmen des Koalitionsausschusses am Wochenende (11. und 12.04.2026) auf Entlastungen für Bürgerinnen und Bürger sowie verschiedene Reformvorhaben geeinigt. Jochen Ott, designierter Spitzenkandidat der NRWSPD für die Landtagswahl 2027, zu den Ergebnissen.

In der Plenarsitzung des nordrhein-westfälischen Landtags am 20.03.2026 hat die SPD-Fraktion Ministerpräsident Wüst aufgefordert, zu den schwerwiegenden Anschuldigungen gegen Landesministerin Ina Scharrenbach Stellung zu beziehen, die in einer Spiegel-Recherche am 19.03.2026 veröffentlich wurden. Der Ministerpräsident verzichtete darauf, das Wort zu ergreifen. Frederick Cordes, Generalsekretär der NRWSPD dazu.

Weitere Meldungen 

Für Sie in Düsseldorf

Für Sie in Berlin

Für Sie in Brüssel

Mitglied werden!

Kreis-SPD & Jusos