SPD Ortsverein Hille

Politik mit Herz

Fakten zur Zuwanderung werfen Fragen auf

Veröffentlicht am 16.10.2010 in Bundespolitik

Martin Gapa / pixelio.de

In Deutschland werden qualifizierte Fachleute dringend gesucht. In die Diskussion um den Fachkräftemangel mischt sich die Debatte um die Zuwanderung. Doch was ist, wenn die Furcht vor dem Fremden kapitaler ist als der Mangel an Fachkräften? Ein faktischer Abriss zum Thema Zuwanderung, der Fragen aufwirft.

Nach einer neuen Studie des Bundesamtes für Migration, die sich mit der „Deckung des Arbeitskräftebedarfs durch Zuwanderung“ befasst, wandern immer mehr ausländische Arbeitskräfte ab. Nur 311 Hoch- und Höchstqualifizierte kamen 2009 aus dem Nicht-EU-Ausland. 54 Prozent der Nicht-EU-Ausländer, die bereits in Deutschland arbeiten, sind qualifiziert, 23 Prozent sogar hochqualifiziert.

Deutschland braucht Zuwanderer, sagen die einen

Außerdem zogen 2009 nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 721 000 Menschen nach Deutschland, 734 000 Menschen zogen aus Deutschland weg. Dieser Abwanderungstrend zeigt sich insbesondere bei Bürgern mit türkischem Migrationshintergrund. Seit 2006 ziehen mehr Menschen in die Türkei, als aus dem Land nach Deutschland kommen. Die Zahlen erklären Deutschland also zum Abwanderungsland.

Deutschland braucht Zuwanderer, sagen die einen, und fügen dem Argument des Fachkräftemangels die demografische Entwicklung hinzu. Deutschland muss erst einmal das Potenzial in der eigenen Bevölkerung ausschöpfen, sagen die anderen. Eklatant zeigt sich der Mangel bei Ingenieuren und IT-Spezialisten. Selbst im Krisenjahr 2009, so klagt der Verein Deutscher Ingenieure, konnten 34 000 Ingenieurstellen nicht besetzt werden. In Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik fehlten nach Angaben des Instituts der deutschen Wirtschaft im Juni 2010 bereits 65 000 Fachkräfte. Es hapert aber nicht nur an Hochqualifizierten für die Industrie, Engpässe gibt es nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit auch bei Ärzten und Altenpflegern, bei Lehrern, Elektrikern und in den Metallberufen.

SPD fordert Anerkennungsgesetz für Abschlüsse

In der Debatte um die Anwerbung von ausländischen Fachkräften bleibt oft unbeachtet, dass in Deutschland bereits Migranten leben, die qualifiziert sind. Doch fehlende Anerkennungsrechte führen dazu, dass diese erst gar keine Arbeit finden und wenn doch, weit unterhalb ihrer Qualifikation beschäftigt sind. Also arbeiten viele gefragte Fachkräfte wie Ingenieure als Taxifahrer. Aus einer Statistik des Bundesarbeitsministeriums geht hervor, dass jeder zweite Einwanderer mit ausländischem Abschluss arbeitet unterhalb seiner Qualifikation.

Die SPD fordert aus diesem Grund ein Anerkennungsgesetz, auf dessen Grundlage jeder nach spätestens sechs Monaten weiß, welcher seiner im Ausland erworbenen Abschlüsse auch in Deutschland anerkannt wird, damit Fachkräfte ihr Wissen und ihre Fähigkeiten auch einbringen können.

Außerdem dürften ausländische Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nicht als Billig-Konkurrenz zu heimischen Kollegen missbraucht werden. Um dies von vornherein zu verhindern, fordert die SPD einen flächendeckenden Mindestlohn, faire Verhältnisse bei der Leiharbeit und umfassende Mitbestimmung.

Wer am besten abschneidet, darf einwandern

Schon seit Jahren warnen Studien davor, dass der deutschen Wirtschaft in den kommenden Jahren Hunderttausende Fachkräfte fehlen. Eine gangbare Praxis wurde seitens der Politik jedoch noch nicht entwickelt. So haben einige europäische Länder in den vergangenen Jahren das auch in Deutschland diskutierte Punktesystem eingeführt, das die Einwanderung steuern und gleichzeitig möglichst qualifizierten Arbeitnehmern den Weg nach Deutschland frei machen soll. Dabei werden jährliche Zuwanderungsquoten festgelegt. Ausländische Bewerber bekommen je nach Alter, Sprachkenntnissen oder Berufserfahrung eine bestimmte Punktzahl. Wer am besten abschneidet, darf einwandern.

Doch kann eine ambitionierte Einwanderungspolitik überhaupt funktionieren, wenn die Furcht vor dem Fremden vielleicht viel kapitaler ist? „Die Ausländer kommen nur hier her, um unseren Sozialstaat auszunutzen.“ Dieser Aussage stimmen mehr als 30 Prozent der deutschen Bevölkerung zu. Und auch die Forderung, Ausländer wieder in ihre Heimat zurück zu schicken, wenn Arbeitsplätze knapp werden, unterstützt ein Drittel der Deutschen. Das ist das Ergebnis der Studie „Die Mitte in der Krise - Rechtsextreme Einstellungen in Deutschland 2010“, die von der Friedrich-Ebert-Stiftung in Auftrag gegeben wurde.

 

News der Bundes-SPD

Beim Erben läuft heute etwas grundlegend falsch. Wer ein Haus erbt, zahlt Steuern. Wer ein Milliardenvermögen erbt, oft keinen Cent. Das ist nicht gerecht.

21.09.2026 13:36
Stark gegen rechts.
Was wir für den Schutz unserer Demokratie tun und wie Du mitmachen kannst.

16.09.2026 09:38
Zusammen Zukunft schreiben..
Eine neue Zeit braucht eine neue SPD. Deshalb entwickelt die SPD ein neues Grundsatzprogramm und erneuert sich zugleich.

Weitere Meldungen 

News der NRWSPD

NRWSPD
Am Montag, dem 12. Oktober 2026, hat Bärbel Bas ihren Rücktritt als Bundesarbeitsministerin und SPD-Vorsitzende angekündigt. Alexander Schweitzer ist als Nachfolger für das Amt des Bundesministers für Arbeit und Soziales ernannt worden. Jochen Ott zu den Entwicklungen.

Am Montag, dem 12. Oktober 2026, hat Bärbel Bas ihren Rücktritt als SPD-Parteivorsitzende und Bundesministerin für Arbeit und Soziales bekannt gegeben.

Am Dienstag, 06. Oktober 2026 wurde das erste Mal seit 1945 ein Rechtsextremist Parlamentspräsident in Deutschland. Die Stimmen kamen dabei nicht nur wie angekündigt von AfD und BSW.

Weitere Meldungen 

Für Sie in Düsseldorf

Für Sie in Berlin

Für Sie in Brüssel

Mitglied werden!

Kreis-SPD & Jusos