SPD Ortsverein Hille

Politik mit Herz

Wichtiges Signal für das Handwerk: Meisterpflicht wird ausgeweitet

Veröffentlicht am 12.12.2019 in Bundespolitik

Heute hat der Deutsche Bundestag die 4. Novelle der Handwerksordnung beschlossen. Wir führen damit die Meisterplicht in zwölf Gewerken wieder ein und setzen so ein wichtiges Signal für das Handwerk.

Sören Bartol, stellvertretender Fraktionsvorsitzender;
Sabine Poschmann, Beauftragte für Mittelstand und Handwerk:

„Vor knapp einem Jahr hatte die Koalitionsarbeitsgruppe ‘Meisterbrief‘ ihre Arbeit aufgenommen und die Wiedereinführung der Meisterpflicht in einigen Gewerken geprüft. In diesem Zusammenhang wurden die einzelnen Gewerke, Gewerkschaften und Verbände in einem breiten Beteiligungsverfahren eingebunden. Das Engagement hat sich gelohnt. Mit der Wiedereinführung stärken wir das Handwerk.

Der Meisterbrief steht nach wie vor für Qualität und Verbraucherschutz. Gutachten haben gezeigt, dass Meisterbetriebe länger am Markt bestehen. Das gibt den Kunden Sicherheit. Zudem investieren die Betriebe häufiger in Ausbildung sowie Innovationen und sorgen so für gute Arbeitsqualität.

Aus diesen Gründen wird die Meisterpflicht unter Einhaltung der Vorgaben des deutschen Verfassungsrechts und des Europarechts ausgeweitet. Entscheidende Kriterien dafür sind Gefahrengeneigtheit und Kulturgüterschutz. So kann die falsche Ausübung einer Tätigkeit die Gesundheit Dritter gefährden. Diese Gefahr besteht beispielsweise bei Estrichlegern oder Lichtreklameherstellern. Durch eine umfassende und hochwertige Ausbildung wird dieses Risiko bei gefahrgeneigten Gewerken reduziert. Beim Kulturgüterschutz geht es darum, den Wissenstransfer in zukünftige Generationen zu sichern. Dies betrifft Gewerke, die mit Kulturgütern arbeiten und kaum noch ausgeübt werden. Davon betroffen sind zum Beispiel Böttcher oder Drechsler.

Für die Handwerker, die aktuell keinen Meister haben, wird es einen Bestandsschutz geben.

Neben der Rückführung muss es allerdings weitere Reformen geben. Es ist daher gut, dass der Bundeswirtschaftsminister, Zentralverband des deutschen Handwerks und Deutscher Gewerkschaftsbund zugesagt haben, den in der vergangenen Wahlperiode begonnenen Branchendialog wieder aufzunehmen. Gemeinsames Ziel muss es sein, die Tarifbindung im Handwerk zu stärken. Nur so bekommen wir Fachkräfte tatsächlich ins Handwerk.“

 

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