SPD Ortsverein Hille

Politik mit Herz

Rollender Protest

Veröffentlicht am 06.08.2008 in Presse

Warum zum Ortstermin des Petitionsausschusses am Bahnhof massenhaft Rollifahrer erwartet werden

Bad Oeynhausen. Sie machen ihrem Ärger Luft: Mit einer geballten Präsenz von Rollstuhlfahrern am Bahnhof rechnet Wilhelm Brandt am kommenden Mittwoch. Dann wird sich der Petitionsausschuss des Landtages vor Ort ein Bild davon machen, wie verloren Menschen mit Gehbehinderungen am Bad Oeynhausener Bahnhof sind. „Ich gehe davon aus: Der Bahnhof wird voll“, so Brandt.

Eine Demonstration mag Brandt diese Zusammenkunft der Rollifahrer nicht nennen. „Wir wollen einfach zeigen, wie viele Menschen mit Behinderungen in Bad Oeynhausen zum Zug kommen wollen, es aber nicht können“, so der Vorsitzende des Behindertenbeirates.

Der bemüht sich schon seit neun Jahren, die Situation für Menschen mit Behinderung am Bahnhof zu verbessern. Ende vergangenen Jahres schien der Durchbruch schon geschafft. Die Bahn sicherte den Bau von zwei Aufzügen zu den Bahnsteigen zu – und zog das Versprechen Mitte Mai dieses Jahres wieder zurück (die NW berichtete).

Nicht nur die Behinderten in Bad Oeynhausen fühlten sich so von der Bahn verschaukelt. Auch der Petitionsausschuss des Landtages, der seinen bereits anberaumten Ortstermin im Dezember angesichts des Bahn-Versprechens wieder abgesagt hatte, ist immer noch verärgert.

Nun wird also am Mittwoch, 12. August, um 10.30 Uhr der Petitionsauschuss zum Nord-Bahnhof Bad Oeynhausen kommen. „Wir gehen davon aus, dass der Bahn die Brisanz der Situation in Bad Oeynhausen nicht bekannt ist. Das wollen wir in dem Ortstermin ändern“, sagt Inge Howe. Die SPD-Landtagsabgeordnete aus Minden ist Vorsitzende des Petitionsausschusses. „Für ein Kurbad ist ein solcher Bahnhof doch ein Ding der Unmöglichkeit.“

Zu dem Termin werden zwei Mitglieder des Landesverkehrsministeriums, Vertreter der Bahn, Behinderten- und Seniorenbeirat, Vertreter von Rat und Verwaltung und möglichst viele Betroffene erwartet.

Wilhelm Brandt geht mit klarem Ziel in das Gespräch: „Wir wollen erreichen, dass die Bahn zu ihrem Versprechen steht und die Aufzüge doch noch in diesem Jahr baut.“ Ganz genau so sieht das auch Inge Howe. „Und wenn das nicht gehen sollte, dann muss der Umbau des Bahnhofs Bad Oeynhausen die erste Maßnahme in 2009 sein“, so die Landtagsabgeordnete. Für Rollifahrer Wolfgang Bornemeier ist es mit den Aufzügen allein nicht getan. „Auch die Bahnsteige müssen behindertengerecht ausgebaut werden“, sagt das Mitglied des Behindertenbeirates.

Kritisiert wird die Bahn auch vom Bund der Steuerzahler. „Wenn die Bahn diese zweifellos notwendigen Aufzüge schon längst gebaut hätte, hätte man eine Menge Geld sparen können“, sagt Doris Meierjohann. Der Bund der Steuerzahler will den Bahnhof Bad Oeynhausen im September zum Thema in seiner Monatszeitschrift machen.

Quelle: NW - Bad Oeynhausener Kurier, Mittwoch 06. August 2008

 

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