Auf gemeinsame Einladung des SPD Gemeindeverbandes Hille und des Stadtverbandes Bad Oeynhausen konnten sich Interessierte beider Verbände im Rahmen der "Wiehengespräche" vor Ort über die "Pohlsche Heide" informieren. Begrüßt wurde die Gruppe von Landrat Dr. Ralf Niermann und Burkart Schulte, dem Geschäftsführer der Betreibergesellschaft GvoA.
Durch die in den letzten Jahrzehnten ständig steigenden Anforderungen im Bereich der Abfallwirtschaft ist auch auf der Pohlschen Heide die ständige Verbesserung und Modernisierung der Anlagen und Abläufe in den Vordergrund gerückt.
Was zunächst als traditionelle Mülldeponie begonnen wurde, hat sich innerhalb weniger Jahre zu einem der modernsten Abfallentsorgungsbetriebe in NRW entwickelt, so der Chef der Eigentümergesellschaft AML Jürgen Striet.
Statt in eine für den Endverbraucher kostenintensivere und für die Umwelt weniger sinnvolle Müllverbrennungsanlage zu investieren, beschlossen Politik und Kreis stattdessen in eine Mechanisch-Biologische Abfallbehandlung (MBA) zu investieren.
Bei einer Besichtigung der Anlage konnten sich die Besucher direkt vor Ort ein Bild von der Größe und Funktion der MBA und des Kompostwerks machen.
Die Arbeitsweisen der Anlagen erklärte der Leiter der MBA Thomas Kropp. Bei der Mechanisch-Biologischen Abfallbehandlung werden Abfälle, die deponiert werden sollen zunächst vorbehandelt. So wird die gesetzlich vorgeschriebene umweltgerechte Deponierung gewährleistet.- Nachdem verwertbare Stoffe der Restmüllmenge entzogen wurden, werden diese in kontrollierten Prozessen behandelt, sodass am Ende keine chemischen oder biologischen Reaktionen mehr entstehen können. Der so behandelte Abfall, der im Verlauf des gesamten Prozesses auf ca. ein Drittel seines Anfangsvolumens reduziert wurde, wird dann auf der Deponie endgelagert.
Neben der verbesserten Umweltverträglichkeit gibt es einen weiteren Vorteil. Der Platzbedarf für die Deponie wird soweit minimiert, dass weitere, bereits genehmigte Flächen zur Deponierung wahrscheinlich nicht mehr benötigt werden. Wünschenswert für die MBA wäre eine Abfallmenge von jährlich 100.000 Tonnen, zurzeit werden allerdings nur ca. 82.000 Tonnen verarbeitet.
An einer verbesserten Auslastung wird gearbeitet. Als Wirtschaftsbetrieb des Kreises werden die Betriebskosten für die Deponie auf alle Städte und Gemeinden und somit auch auf alle Einwohner des Kreises verteilt. Somit ist es auch im Interesse aller, die Auslastung und damit den Betrieb möglichst auskömmlich zu gestalten.
Neben der MBA wird auf der Pohlschen Heide auch ein Kompostwerk mit Biogasanlage betrieben. Der Bioabfall wird im Kompostwerk vorbehandelt. Stör- und Schadstoffe müssen zum Teil von Hand aussortiert werden.
Danach wird dem so behandelten Abfall noch die notwendige Menge an Grünschnitt zugemischt bevor er in den Intensivrottehallen bei einer Temperatur von bis zu 75 Grad Celsius voll automatisch zu Kompost weiterverarbeitet wird.
Dieser Prozess dauert etwa 8-10 Wochen. Nach einer weiteren Lagerung in einer offenen Halle kommen die Endprodukte sowohl in privaten Gärten als auch in der Landwirtschaft zur Verwendung.
Die natürlich anfallende Menge an Biogas beim Rottungsprozess wird in der angeschlossenen Biogasanlage zur Energiegewinnung für Krankenhäuser und Verwaltungsgebäude genutzt. In der anschließenden Diskussionsrunde konnten die Fragen der Teilnehmer mit den Verantwortlichen der Pohlschen Heide erörtert werden.
Durch die wirklich hervorragende Präsentation im Vorfeld zeigten sich die meisten beeindruckt über die Veränderungen im Bereich der Abfallwirtschaft. Mit der Pohlschen Heide hat der Kreis einen zukunftsorientierten und wirtschaftlich arbeitenden Abfallentsorgungsbetrieb, der stetig weiter ausgebaut und verbessert wird.