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MdB Achim Post und MdL Inge Howe im Gespräch mit den Betreuungsvereinen im Kreis Minden-Lübbecke

Veröffentlicht am 27.07.2016 in Soziales

Die Anforderungen an Betreuungsvereine wachsen stetig. Während der Bedarf an rechtlicher Betreuung in den letzten Jahren stark gestiegen ist, bleiben die finanziellen Rahmenbedingungen schwierig. Durch die demographische Entwicklung und das Wegbrechen von sozialen Systemen sind immer mehr Menschen auf eine Betreuung angewiesen. Besonders auffällig ist der Anstieg von psychisch Erkrankten und Suchtabhängigen. Doch für zeitaufwendige Betreuungen ist das seit 2005 geltende Finanzierungsmodell nicht ausgelegt.

Wolfram Schül vom Evangelischen Betreuungsverein Minden erklärt hierzu, dass nur durch qualifizierte Betreuung die Interessen der Betroffenen wahrgenommen werden können. Zeit- und Kostendruck gefährden die erwünschte Selbstbestimmung. Die vom Gesetzgeber vorgesehene Zeitpauschale entspricht daher schon längst nicht mehr den Bedürfnissen und Nöten der Betreuten. Die aktuellen Rahmenbedingungen zwingen Vereine immer mehr Betreuungen zu übernehmen. Dies sei aber keine Perspektive für eine respektvolle, den Menschen zugewandte Betreuung.

Aus diesem Grund haben die Betreuungsvereine die heimischen Bundestags- und Landtagsabgeordneten, Achim Post und Inge Howe (beide SPD), zu einem Gespräch eingeladen. Auch dabei waren Günter Meyer, Vorsitzender des Sozial- und Gesundheitsausschusses des Kreises und Doris Steinmann, Vorsitzende des Sozialausschusses der Stadt Minden.

In dem Gespräch wurden die Probleme der Betreuungsvereine besprochen. Dabei wies Silke Schönfeld vom Sozialdienst katholischer Frauen auf die besondere Aufgabe der Betreuungsvereine hin, ehrenamtliche Betreuer zu gewinnen und zu begleiten. Häufig stelle die mangelnde Wertschätzung durch Betreuungsgerichte, Banken und Behörden ein großes Problem dar. Es werde immer schwieriger, Freiwillige zu finden, die bereit seien, die verantwortungsvolle Aufgabe der rechtlichen Betreuung zu übernehmen.

Stephan Harbarth vom Evangelischen Verein für Betreuungen Lübbecke berichtete den Abgeordneten von der ausführlichen und zeitintensiven Beratung von ehrenamtlichen Betreuern und Bevollmächtigen. Leider sei durch die mangelnde finanzielle Absicherung der Vereine die Beratung und Stärkung der ehrenamtlichen Betreuer gefährdet. Aus diesem Grund sei es für Betreuungsvereine ein wichtiges Anliegen, dass sich die finanziellen Rahmenbedingungen verbessern und Betreuer ein positiveres Bild in der Öffentlichkeit erfahren.

MdB Achim Post: „Die Betreuungsvereine im Kreis Minden-Lübbecke leisten großartige Arbeit. Nur durch ehrenamtliches Engagement ist ein breites Angebot für bedürftige Menschen – von ambulanter Alten- und Krankenpflege bis hin zu rechtlicher Betreuung – möglich. Eine bessere Förderung und Unterstützung für Betreuungsvereine halte ich daher für absolut notwendig.“ MdL Inge Howe ergänzt: „Besonders die finanziellen Rahmenbedingungen müssen verbessert werden. Aus diesem Grund freue ich mich sehr, dass das Land NRW die Mittel für Betreuungsvereine im Jahr 2016 von 1 Millionen auf 2,7 Millionen Euro aufgestockt hat. Das ist ein wichtiger Schritt hin zu mehr Anerkennung und Unterstützung der Betreuungsvereine.“

Foto: v.l. Achim Post (MdB), Kerstin Hensel (Geschäftsführerin Diakonisches Werk im Kirchenkreis Vlotho), Inge Brockmeier (1. Vorsitzende Ev. Verein für Betreuungen Lübbecke), Karin Gottschal-Huber (Paritätischer Betreuungsverein Minden-Lübbecke), Stephan Harbarth (Ev. Verein für Betreuungen Lübbecke), Silke Schönfeld (Sozialdienst kath. Frauen Minden), Birgit Surmeier (Ev. Betreuungsverein Bad Oeynhausen), Susanne Leimbach (Geschäftsführerin Sozialdienst kath. Frauen Minden), Doris Steinmann (Vorsitzende des Sozialausschusses Stadt Minden), Inge Howe (MdL), Jürgen Generotzky (Geschäftsführer Paritätischer Betreuungsverein Minden-Lübbecke), Anne-Meike Thöne (Diakonisches Werk im Kirchenkreis Vlotho), Günter Meyer (Vorsitzender des Sozialausschusses Kreis Minden-Lübbecke) und Wolfram Schül (Geschäftsführer Ev. Betreuungsverein Minden)

 

Homepage Inge Howe

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