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Politik mit Herz

Guttenberg soll Bundestag Rede und Antwort stehen

Veröffentlicht am 18.02.2011 in Bundespolitik

Die SPD hat Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) aufgefordert, in der Plagiatsaffäre dem Bundestag persönlich Rede und Antwort zu stehen. Der Minister dürfe sich nicht hinter der Universität Bayreuth verschanzen und sich vor der Öffentlichkeit verstecken, sagte Fraktionsgeschäftsführer Thomas Oppermann am Freitag.

Es gehe um den Vorwurf systematischer Täuschung und des Betruges und nicht um einzelne Zitierfehler, sagte Oppermann in Göttingen. Sollte sich bewahrheiten, dass Guttenberg trotz seines wissenschaftlichen Ehrenwortes systematisch getäuscht und betrogen habe, wäre er als Oberkommandierender der Streitkräfte irreparabel beschädigt.

Guttenberg soll in seiner Dissertation an der Universität Bayreuth zahlreiche fremde Textstellen ohne korrekte Quellenangabe verwendet haben. Plagiatsjäger listeten inzwischen mehr als 80 Textstellen im Internet auf. Im schlimmsten Fall kann dafür der Doktortitel aberkannt werden. Die „Berliner Zeitung“ schrieb, dass sich der CSU-Politiker auch bei der Hausarbeit eines Studienanfängers bedient haben soll, die anonym im Netz steht. Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa soll er zudem Textpassagen des Göttinger Rechtsprofessors Thomas Schmitz ohne korrekten Hinweis verwendet haben - auf mehr als 10 Seiten verteilt.


Gegen Guttenberg wurden zwei Strafanzeigen gestellt. Bei der ersten gehe es um mögliche Verstöße gegen das Urheberrecht, sagte der Leitende Bayreuther Oberstaatsanwalt Thomas Janovsky der dpa. Die zweite Anzeige zum Vorwurf falscher eidesstattlicher Versicherung sei kein Grund für Ermittlungen, da die Promotionsordnung der Jura-Fakultät keine solche Abgabe vorsehe. Guttenberg hat von der Universität Bayreuth am Donnerstag eine Frist von zwei Wochen bekommen, um zu den Vorwürfen Stellung zu nehmen.

(mit dpa)

 

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