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Politik mit Herz

Ernst-Wilhelm Rahe: „Auch in den Kitas brauchen wir das Alltagshelferprogramm“

Veröffentlicht am 15.09.2021 in Landtagsfraktion

Foto: pixabay.com

An den offenen Ganztagsschulen werden auch weiterhin Alltagshelfer durch das Schulministerium NRW gefördert. Gleichzeitig hat das Familienministerium die Förderung für Alltagshelfer in den Kindertagesstätten auslaufen lassen. Dazu erklärt der heimische Landtagsabgeordnete Ernst-Wilhelm Rahe (SPD):

Die Schulministerin hat offensichtlich verstanden, wie wichtig die Alltagshelfer für die Arbeit mit Kindern in der Pandemie sind. Leider hat sie ihren Parteikollegen und Familienminister nicht mitgenommen. Denn Minister Stamp hält die Fortsetzung des Alltagshelferprogramms weiterhin für unnötig. Es ist ein weiterer Schlag ins Gesicht der Kinder, Eltern und natürlich des Personals in den Einrichtungen der frühkindlichen Bildung. So wird erneut darauf verzichtet, den Kitas wirklich zu helfen.

Mit der Entscheidung zur Wiederaufnahme des Programms in den Grund- und Förderschulen und dem Aussetzen in den Kitas zeigt sich außerdem, wie widersprüchlich sich diese Regierung verhält. Im jüngsten Ausschuss für Kinder, Jugend und Familie erklärt Minister Stamp noch, die Alltagshelfer seien von Anfang an als auslaufendes Programm geplant worden. Nur wenige Tage später wird aber genau das Programm in den Schulen fortgesetzt.

Von den etwa 5.000 Kita-Helferinnen und Kita-Helfern haben nur gut 400 eine Ausbildung zur Kinderpflegerin und zum Kinderpfleger beginnen können. Die Landesregierung hat es versäumt, hier passende Anschlussmöglichkeiten zu schaffen – beispielswiese durch den Ausbau der praxisintegrierten Ausbildung an den Berufskollegs. So brechen nun rund 90 Prozent der engagierten Unterstützerinnen und Unterstützer des Kita-Systems einfach weg.

Mit dem Start des Alltagshelferprogramms des Landes NRW im Kindergartenjahr 2020/2021 wurden in der Zeit von August – Dezember 2020, in den 81 Kindertagesstätten im Zuständigkeitsbereich des Kreisjugendamtes Minden-Lübbecke, 60 zusätzliche Hilfskräfte (Alltagshelfer) eingesetzt.

Weiterhin haben 39 Personen aus dem Bestandspersonal der Einrichtungen, ihre regelmäßige wöchentliche Arbeitszeit erhöht.

Für das aktuelle Kindergartenjahr mit Beginn am 01.08.2021 müssen die Träger von Kindertagesstätten diese Zusatzkräfte nun selbst finanzieren um diese in ihren Einrichtungen zu beschäftigen. Erfahrungsgemäß dürfte es sich dabei jedoch lediglich nur noch um wenige Einzelfälle handeln.

Das macht mich fassungslos! Ich fordere den Minister auf das Alltagshelferprogramm fortzusetzen.  Mit der Entscheidung der Schulministerin gibt es nun ein erstes Einlenken der Regierung. Es ist noch nicht zu spät, den Fehler auch im Familienministerium zu korrigieren.

 

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