SPD Ortsverein Hille

Politik mit Herz

Casino auf der Kippe

Veröffentlicht am 13.02.2010 in Landespolitik

Landesregierung prüft "vertretbaren Weiterbetrieb" am Standort Bad Oeynhausen

Bad Oeynhausen. Jackpot oder Nichts geht mehr? Kurz vor Weihnachten bestätigten Betriebsräte erste Vermutungen, wonach nordrhein-westfälische Casinos auf der Kippe stehen. Jetzt antwortete die NRW-Landesregierung auf eine Anfrage der SPD-Abgeordneten Inge Howe. Die wollte wissen, wohin der Weg der Spielbank Bad Oeynhausen führt. Die ernüchternde Antwort: "Derzeit wird geprüft, wie ein wirtschaftlich vertretbarer Weiterbetrieb erreicht werden kann." Für die landeseigenen Westspiel-Casinos Aachen, Dortmund und Bad Oeynhausen werden die Karten offenbar neu gemischt.

Dabei schien gerade Bad Oeynhausen auf der sicheren Seite. Vergangene Bilanzen wurden genutzt, um die Vorzüge des Umzugs im Jahr 1999 vom altehrwürdigen Kurhaus zum moderneren Standort am Werre-Park zu loben.

Doch gerade hier droht Konkurrenz von zwei Seiten. Einerseits die über die Autobahnen schnell zu erreichenden niedersächsischen Spielbanken in Hannover und Osnabrück sowie das Gauselmannsche Spieleparadies im eigenen Haus. Das darf übrigens ohne die hinderliche Ausweis-Vorlage betreten werden, die im Casino (seit November 2007) nicht nur für den klassischen Bereich, sondern auch für den Automatensaal Vorschrift ist. Casino Duisburg privat erfolgreich Doch nicht in Bad Oeynhausen, sondern in Aachen wurden erste Umstrukturierungen bekannt. Demnach bestehen in der alten Kaiserstadt zwei von vier lizenzierten Westspiel-Standorten in NRW. Diese sollten in einem Haus vereint werden, damit das jüngste Objekt der Gruppe, das 2008 eröffnete Spielcasino Duisburg, in die Gruppe integriert werden konnte. Der Aachener Vorstoß schlug fehl, Duisburg wird seitdem privat geführt. Und das so erfolgreich, dass Pläne für ein weiteres Casino in Köln auf den Spieltisch kamen. So erzählt es Inge Howe, die sich seitdem und vor dem Hintergrund sinkender Spielbank-Einnahmen über die Zukunft bestehender Standorte wie Bad Oeynhausen sorgt. Howe: "Umstrukturierungen und die Erprobung neuer Geschäftsmodelle sind an vielen Stellen zu beobachten, ohne dass sich die generelle Wirtschaftslage der Casinos dadurch verbessern würde, jedoch umgekehrt die Beschäftigtenzahl zur Aufgabenwahrnehmung erheblich reduziert wird." Zwei Millionen für die Stadtkasse Für Inge Howe gehört das Spielcasino zum Staatsbad: "Das hat eine jahrzehntelange Tradition." Wobei sie nicht unerwähnt lässt, dass durch die Spielbanken-Abgabe 2008 2,141 Millionen Euro in die Bad Oeynhausener Stadtkasse flossen und dass für das Jahr 2010 im Haushaltsplan 1,872 Millionen Euro veranschlagt sind. Auch deswegen wollte die Landespolitikerin wissen, ob es Überlegungen gebe, wonach sich die Landesregierung vom Spielbankstandort Bad Oeynhausen zurückzieht. Der Neuen Westfälischen liegt die Antwort von Finanzminister Dr. Helmut Linssen vor, der namens des Landesregierung schriftlich mitteilt: "Für die Errichtung der Spielbank in Bad Oeynhausen spielte seinerzeit der bedeutende Kurort mit seinen Besuchern eine wesentliche Rolle. Dieser einstige Standortvorteil hat in Folge der rückläufigen Entwicklung der Kurgäste seine ursprüngliche Bedeutung verloren." Katrin Koch von der Pressestelle der Westdeutsche Spielbanken in Duisburg mochte Anfrage und Antwort nicht kommentieren: "Dem haben wir nichts hinzuzufügen." Zum Bestand und zu schon vor drei Jahren erstmals angedachten und danach mehrfach verschobenen Modernisierungsmaßnahmen der Spielstätte an der Mindener Straße mailt Koch: "Das Casino Bad Oeynhausen steht aus Sicht der Westspiel-Casinos nicht zur Debatte." Quelle: NW vom 13.02.2010 Mehr zum Thema:
 

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