SPD Ortsverein Hille

Politik mit Herz

B 236: Zwischen Vollsperrung und Freigabe

Veröffentlicht am 07.09.2009 in Presse

Der Petitionsausschuss vor Ort

Schwerte. Zwischen einer Vollsperrung und einer Wiederfreigabe der seit März an Wochenenden und Feiertagen für Motorradfahrer gesperrten B 236 zwischen Ergste und dem Schälk ist alles drin.

Eine endgültige Entscheidung kündigte die Vorsitzende des Petitionsausschusses des Landtags, Inge Howe, nach dem Ortstermin am Montag für Anfang März 2010 an.

So viel Polizei war selten: Vier, fünf Motorradpolizisten drehten ihre Runden rund um den „Grünen Krug”, dazu drei, vier Streifenwagen. Keine Kontrolle, wie sie so oft von den Anwohnern und gleichermaßen von den einsichtigen Motorradfahrern gefordert wird. Die Anwesenheit der Uniformierten war vielmehr der irrigen Annahme geschuldet, dass interessierte Zweiradfahrer womöglich zuhauf die Gelegenheit nutzen könnten, zumindest optischen Druck auf das Gremium ausüben zu kommen.

»Ich hoffe auf einen vernünftigen Kompromiss«

Wobei Gremium schon zu hoch gegriffen wäre: Vorsitzende Howe (Foto) war allein gekommen, um das Gespräch mit dem Initiator der Petition, dem Ergster Michael Wilczynski, sowie den Fachleuten von Straßenverkehrsbehörden, Polizei und Landesbetrieb Straßen NRW zu suchen. Beim Erörterungstermin standen ihr von parlamentarischer Seite die beiden heimischen Landtagsabgeordneten Gabriele Kordowski (CDU) und Wolfram Kuschke (SPD) zur Seite. Es sei „immer hilfreich”, ortskundige Landtagskollegen zu beteiligen, erklärte die Chefin der Landes-Klagemauer.

Mehr als eine Stunde ließ sich Howe die Situation schildern, dann stand fest: Bevor eine Entscheidung fällt, sollen die Ergebnisse der zunächst für ein Jahr ausgesprochenen Sperrung ausgewertet werden. „Wir werden uns die Unfallstatistiken anschauen und dann die Petition bescheiden”, sagte die Vorsitzende. „Ich hoffe, dass wir beide Seiten zusammen- und einen vernünfigen Kompromiss hinbekommen.” Das Problem, deutete Howe ein Ergebnis der Beratungen an, seien offenbar nicht die erfahrenen Motorradfahrer, sondern die jungen Fahranfänger, die ihre Möglichkeiten und die Straße nicht richtig einschätzen können.

Auch die Äußerungen von Kordowski und Kuschke lassen darauf schließen, dass die Wochenend-Sperrung nicht unbedingt das letzte Wort sein muss. Offenbar, so Kordowski, favorisiere das Gremium „technische Lösungen”.

»Wir werden alle Hebel in Bewegung setzen«

Die hatte Michael Wilczynski in seiner Petition unter anderem angesprochen, um das Fahrverbot wieder aus der Welt zu schaffen. Dazu zählen etwa Überholverbote auf dem gesamten Streckenabschnitt, doppelte durchgezogene Linien sowie so genannte Bischofsmützen zwischen den Fahrspuren. „Wir sind uns alle einig, dass etwas passieren muss”, sagte Wilczynski, der einen „positiven Eindruck” mit aus der Sitzung nahm. „Es hat sich gelohnt, die Petition einzureichen”, geht er davon aus, dass seine Argumente nicht ungehört verhallen. Eindruck scheint auf das Gremium auch das Angebot von Michael Lenzen, Vorsitzender des Bundesverbands der Motorradfahrer, gemacht zu haben. Er soll laut Wilczynski angekündigt haben, dass sich der Verband unter Umständen an den Kosten einer erneuten Umgestaltung des Streckenabschnitts beteiligt.

Von all dem wollten Anwohner und Mitglieder der Bürgerinitiative, die sich für die Sperrung stark gemacht hatten, allerdings nichts hören. „Wir sind froh, dass unser Naherholungsgebiet wenigstens an Wochenenden wieder halbwegs lebenswert ist, auch wenn wir uns wochentags an den Abenden immer noch vorkommen wie am Nürburgring”, sagten Ingrid Hofbauer, Hans-Heinrich Hiddemann und Dr. Wolfgang Wüstenberg unisono. Wenn am Ende der Beratungen womöglich eine Freigabe der B 236 herauskomme, dann, kündigte Hiddemann unverblümt an, „werden wir dagegen alle Hebel in Bewegung setzen”. Aus seiner Sicht sei eher „in Richtung Vollsperrung an allen Tagen” als an irgendetwas anderes zu denken.

Quelle: DerWesten vom 07.09.2009

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Homepage Inge Howe

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